Europa-Premiere in Köln: Eine der bedrohtesten Affenart wohnt jetzt im Zoo

Köln – Sie heißen Ziggy und Justa und sprechen eigentlich nur Englisch. Denn das Coquerel-Sifaka-Paar kam schnurstracks aus dem "Duke Lemur Center" in Durham (USA) ins Rheinland gereist. Mit ihren großen Augen erkundigen die beiden bedrohten Äffchen seit mittlerweile Ende Mai ihre neue Heimat im Kölner Zoo.

Langsam gewöhnen sich die beiden Coquerel-Sifaka-Äffchen an ihr neues Zuhause. Seit Mai leben Ziggy und Justa im Kölner Zoo.
Langsam gewöhnen sich die beiden Coquerel-Sifaka-Äffchen an ihr neues Zuhause. Seit Mai leben Ziggy und Justa im Kölner Zoo.  © Kölner Zoo/Werner Scheurer

Dort leben die beiden in einem eigenen Bereich im Madagaskarhaus und springen von Ast zu Ast.

Wie der Zoo mitteilte, bewegen die Äffchen sich hüpfend und springend fort, weswegen Sifakas auch als "tanzende Affen" bekannt sind.

Im Freiland kommen sie nur noch in wenigen Laubtrockenwäldern im Westen Madagaskars vor.

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Die beiden Kölner Äffchen sind anspruchsvolle Zeitgenossen. Sie fressen nahezu ausschließlich Blätter. Da es im Rheinland offensichtlich andere Pflanzenarten gibt als auf Madagaskar, testen die Pfleger aktuell heimisches Laub auf ihre Verträglichkeit.

Derzeit geben die beiden den Blättern von Hainbuche, Buche, Haselnuss und Roteiche den Vorzug.

Die Kölner Tierpfleger frieren außerdem bereits seit Längerem täglich Laubrationen für den Winter ein.

Ziggy und Justa sind anspruchsvolle Äffchen

Die Kollegen in den USA haben dem Kölner Team vorgegeben, dass das Futter der Lemuren-Art desinfiziert und portioniert werden muss. Sogar die Kotbeschaffenheit der beiden muss regelmäßig untersucht werden.

Neben Ziggy und Justa bekamen auch zwei andere Zoos Exemplare der Sifakas. Nun gilt es für diese "hochbedrohte Art", gemeinsam mit den anderen beiden Zoos in Chester (England) und Berlin ein Erhaltungsprogramm zu gründen.

Die Tiere sind mittlerweile so bedroht, da ihr kleiner Lebensraum durch Umwandlung in Viehweiden und durch die Holzkohleerzeugung bedroht wird.

Titelfoto: Kölner Zoo/Werner Scheurer

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