Seltener Zuchterfolg im Tierpark Hagenbeck

Hamburg - Dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg gelang ein in Europa einmaliger Zuchterfolg. Dort bekamen die gefährdeten Madagaskar-Buntfrösche Nachwuchs.

Ein Madagaskar-Buntfrosch sitzt auf einer Palme im Tierpark Hagenbeck.
Ein Madagaskar-Buntfrosch sitzt auf einer Palme im Tierpark Hagenbeck.  © Lutz Schnier/Tierpark Hagenbeck

Im Tropen-Aquarium des Tierparks gibt es die schwarz-gelb gefärbten Tiere in der Höhlenwelt zu sehen – das Farbspektrum in der Natur reicht von Gelb, Blau, Grün, Rot bis Orange. In dem Biotop leben die Frösche mit dem Blattschwanzgecko zusammen. Aktuell ist dort auch Nachwuchs zu bewundern, teilte der Tierpark mit.

Dabei ist die Nachzucht der auch Folohy-Buntfröschchen genannten Amphibien schwierig.

"Nach einer intensiven Recherche hat es mehrere Versuche und diverse Justierungen gebraucht, um letztlich den richtigen Weg zum Erfolg zu finden. Die inzwischen regelmäßige Nachzucht in großer Zahl ist eine tolle Belohnung für unsere Arbeit und gleichzeitig ein Ansporn für zukünftige Zuchtprojekte", sagte Florian Ploetz, Bereichsleiter Terraristik bei Hagenbeck.

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Der Hamburger Tierpark sei die einzige Einrichtung in Europa, der es gelang, erfolgreich Madagaskar-Buntfrösche zu vermehren.

Die Fortpflanzung ist bei dieser Art sehr speziell.

So pflanzen sich die Madagaskar-Buntfrösche fort

Dieses klitzekleine Ei eines Madagaskar-Buntfrösche wurde in einer Kokosnuss abgelegt.
Dieses klitzekleine Ei eines Madagaskar-Buntfrösche wurde in einer Kokosnuss abgelegt.  © Tierpark Hagenbeck

Die Frosch-Weibchen legen meistens nur ein Ei ab. In seltenen Fällen sind es zwei. Nachdem das Ei befruchtet wurde, wird es in mit Wasser gefüllte Baumlöcher oder Bambushalme an der Innenwand knapp oberhalb der Wasseroberfläche geklebt. In Hagenbeck gelang das in einer ausgehöhlten Kokosnuss.

Nach wenigen Wochen schlüpft die Kaulquappe und fällt in ihrem Versteck ins stehende Wasser unter sich.

In dieser Zeit ernährt sie sich von winzigen Insekten. Aber: Sie wird auch von ihrer Mutter gefüttert.

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Die Weibchen versorgen ihren Nachwuchs nicht selten auch mit unbefruchteten Eiern. Das Männchen beteiligt sich ebenfalls an der Aufzucht und beschützt die Kinderstube vor Feinden.

Nach Angaben des Tierpark Hagenbeck ist diese Art der elterlichen Fürsorge einmalig bei den Buntfröschen.

Lebensraum der Madagaskar-Buntfrösche ist bedroht

Wie klein der junge Frosch ist, wird im Vergleich zur menschlichen Hand deutlich.
Wie klein der junge Frosch ist, wird im Vergleich zur menschlichen Hand deutlich.  © Tierpark Hagenbeck

Zwei Monate dauert es etwa, bis der Frosch voll entwickelt ist. Allerdings ist er erst nach einem Jahr ausgewachsen und misst dann rund 29 Millimeter.

Folohy-Buntfrösche verspeisen Ameisen, Termiten, Milben und vereinzelt auch Fliegen.

Die Art kommt nur auf Madagaskar vor, sie gilt als endemisch. Zwar sind die Amphibien auf der Insel Nosy Mangabe und im Nationalpark Masoala reichlich vertreten, doch ihr Lebensraum wird immer kleiner.

Daher wird der Madagaskar-Buntfrösche seit 2004 auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

"Der Zuchterfolg der Buntfrösche zeigt uns einmal mehr, dass sich Hagenbecks Bemühungen um den Erhalt bedrohter und gefährdeter Tierarten lohnen und auszahlen. Ich bewundere das Engagement und die Leidenschaft unserer Tierpfleger, die diesen Erfolg möglich machen", sagte Dirk Albrecht, Tierpark-Geschäftsführer.

Gut getarnt! Mit seiner schwarz-grünen Färbung fällt der Madagaskar-Buntfrösche im Dschungel kaum auf.
Gut getarnt! Mit seiner schwarz-grünen Färbung fällt der Madagaskar-Buntfrösche im Dschungel kaum auf.  © Tierpark Hagenbeck

Wer sich die hübschen Buntfrösche in Hagenbeck ansehen will, muss geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Im Tropen-Aquarium gilt außerdem Maskenpflicht.

Titelfoto: Lutz Schnier/Tierpark Hagenbeck

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