Wo gibt's denn sowas? Pelikane brüten im Dresdner Zoo auf Gummi-Eiern

Dresden - Ach du dickes Ei! Im Dresdner Zoo brütet ein Pelikan auf einem Gummi-Gelege! Das war nicht etwa ein fieser Streich der Tierpfleger, sondern hat einen guten Grund.

Eine "Mutter" zeigt ihr echtes Ei.
Eine "Mutter" zeigt ihr echtes Ei.  © Steffen Füssel

Fünf Pelikanpärchen hat der Dresdner Zoo. Mit Nachwuchs hat es in den vergangenen Jahren jedoch nie geklappt. Meistens brüteten nur zwei Pärchen auf der Brutplattform.

Denen wurde die Nesthockerei nach zwei Wochen - die Brutzeit beträgt sonst 30 bis 34 Tage - zu langweilig, beneideten sie doch die nicht brütenden Artgenossen um ihre Vogelfreiheit. Sie flatterten also vom Nest weg. Fatal: "Innerhalb von 30 Minuten klauten sich Krähen die Eier", so Zoosprecher Matthias Hendel.

In diesem Jahr ist alles anders! Die Pelikane meiden ihre neue Brutplattform über dem Teich. Stattdessen begannen zwei Paare ihre Nester am Besucherweg aus Ästen und Heu zu bauen und legten jeweils ein Ei.

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Vorsorglich wurden die fast am Weg abgelegten Eier in den Brutschrank gebracht. Den Pärchen wurden stattdessen Gummi-Eier untergejubelt.

Nachdem eines auf dubiose Weise verschwand, legte ein Pärchen noch mal ein echtes nach.

Die neue Brutplattform gefällt den Pelikanen nicht.
Die neue Brutplattform gefällt den Pelikanen nicht.  © Steffen Füssel
Leider waren die Eier im Brutschrank unbefruchtet.
Leider waren die Eier im Brutschrank unbefruchtet.  © Steffen Füssel
Die Pelikane machen in diesem Jahr Schau-Brüten am Besucherweg.
Die Pelikane machen in diesem Jahr Schau-Brüten am Besucherweg.  © Steffen Füssel
Dieser Pelikan brütet auf einem Gummi-Ei.
Dieser Pelikan brütet auf einem Gummi-Ei.  © Steffen Füssel

Tierpfleger bezüglich Nachwuchs optimistisch

Matthias Hendel (39) hofft auf den ersten Nachwuchs bei den Pelikanen.
Matthias Hendel (39) hofft auf den ersten Nachwuchs bei den Pelikanen.  © Steffen Füssel

Das Schau-Brüten vor Publikum scheint ohnehin gerade der Hit bei den Pelikanen zu sein: Zwei weitere Paare gesellten sich mit je einem Ei noch dazu.

Während die Tierpfleger den drei Echtbrütern die Eier nicht mehr weggenommen haben, behalten auch die "Gummiball-Brüter" ihr Fake-Ei - damit es keinen Unfrieden gibt. Sie werden gar keinen Nachwuchs haben, weil die Eier im Brutschrank unbefruchtet waren.

Dennoch: "Wir sind optimistisch, dass es erstmals mit dreifachem Nachwuchs klappen könnte", so Hendel.

Titelfoto: Steffen Füssel

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