Zoos ziehen drastische Maßnahmen in Betracht: "Liste, welche Tiere wir schlachten müssen"

Deutschland - Eigentlich sind deutsche Zoos an den Osterfeiertagen bestens besucht. Doch die Coronakrise sorgt für fehlende Besucher und verzweifelte Besitzer, die nun über drastische Maßnahmen nachdenken müssen.

Für viele Tiere könnte die Schließung der Zoos den Tod bedeuten.
Für viele Tiere könnte die Schließung der Zoos den Tod bedeuten.  © lightpoet/123 RF

An Ostern stehen für viele Familien Zoobesuche fest im Programm. Aufgrund der Coronapandemie müssen Tierparks allerdings geschlossen bleiben. 

Das bedeutet für die Betreiber massive finanzielle Einbußen: "Ostern ist unser wichtigstes Wochenende im Jahr", sagte Verena Kaspari, Direktorin des Tierparks Neumünster gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland

Niemand weiß wie lange die Krise anhält und wann die Zoos wieder öffnen können. 

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Kaspari gibt gegenüber der Welt offen zu, dass bereits über Tötungen der Tiere nachgedacht wird:

"Wir haben eine Liste erstellt, welche Tiere wir als Erstes schlachten müssen". 

Die Kadaver werden dann an andere Zoobewohner verfüttert. 

"Im schlimmsten Fall werde ich Tiere euthanasieren müssen"

Besonders schwierig gestaltet sich eine Lösung für die Tiere, die sich ausschließlich von Fisch ernähren: "Im schlimmsten Fall werde ich Tiere euthanasieren müssen, ehe ich sie verhungern lasse." Laut der Direktorin haben viele Zoos ähnliche Pläne - nur darüber gesprochen wird nicht gern.

Der Verband der Zoologischen Gärten fordert ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro. "Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren – unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden", erklärte der Verbandspräsident und Leipziger Zoodirektor Jörg Junhold.

Derzeit muss ein Zoo durchschnittlich mit einem wöchentlichen Verlust von einer halben Million Euro rechnen. Auf Dauer können sich das viele Betriebe nicht leisten und müssen ihre Ausgaben reduzieren - dazu zählen vor allem die Futterkosten für die Tiere.

Sollte ein Zoo für immer seine Pforten schließen müssen, taucht das nächste Problem auf: Wohin mit den Tieren?

Nicht jedes Tier findet ein neues Zuhause in einem anderen Tierpark. Direktorin Kaspari hält in ihrem Zoo in Neumünster Deutschlands größten Eisbären. Sollte sie den Betrieb einstellen müssen, ist nicht abzusehen, was mit Vitus passiert: "Es gibt derzeit keinen Tierpark in Europa, der ihn nehmen könnte."

Besonders Exoten und nicht-einheimische Tiere stellen ein großes Problem dar: "Unsere Tiger und Nashörner - die könnte ich kurzfristig nirgendwo unterbringen."

Titelfoto: lightpoet/123 RF

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