Bei Demo gegen Gewalt an Frauen: Türken gehen auf Kurden und Antifa los

Wien - Am Mittwochabend kam es fast zu einer schweren Massenschlägerei. Die Polizei musste bei einer Demonstration in Wien zwei rivalisierende Gruppen trennen.

Ein Polizist aus Österreich steht vor einem Polizeiauto (Symbolbild). Dank dem Eingreifen der Beamten konnte bei der Demo schlimmeres verhindert werden.
Ein Polizist aus Österreich steht vor einem Polizeiauto (Symbolbild). Dank dem Eingreifen der Beamten konnte bei der Demo schlimmeres verhindert werden.  © Gert Eggenberger/APA/dpa

Kurden hatten am Mittwochnachmittag in der Hauptstadt Österreichs gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Ihre Kundgebung wurde jedoch von mehreren Türken gestört.

Laut der Webseite "Vienna" berichten die Polizisten von einer aufgeheizten und aggressiven Stimmung. Die Beamten gingen zunächst erfolgreich gegen die androhende Schlägerei vor. Die Menschenmenge löste sich auf, doch es bildeten sich rasch wieder neue Tumulte.

Zuvor hatten sich einige Passanten über die Demonstration beschwert. Die Kurden hatten Unterstützung von Mitgliedern der Antifa erhalten. Die Stimmung erhitzte sich, als weitere Türken zu dem Geschehen hinzukamen.

Gegenparolen wurden geschrien, offenbar von Anhängern der ultranationalistischen Gruppe "Graue Wölfe". Einige dieser Menschen wurden von der Polizei aufgrund von Anstandsverletzung, aggressivem Verhalten und Verstoßes gegen das Symbol-Gesetz angezeigt.

Nachdem sich die beiden Menschenmengen durch das Eingreifen der Polizei zunächst aufgelöst hatte, kam es um 19.30 Uhr zu erneuten Zusammenstößen.

Die kurdischen Teilnehmer flüchteten in ein nahes Lokal. Direkt vor diesem stellten sich ein Dutzend türkischstämmige Personen auf. Die Polizei war darum bemüht, beide Gruppen auf Abstand zu halten, um weitere Eskalationen zu verhindern.

Jedoch versuchte eine kleinere türkische Gruppe, in das Lokal vorzudringen. Eine Person von ihnen wurde festgenommen. Auch ein Kurde wurde nach einer Rauferei aufgrund der Drohung mit einem Messer festgenommen.

Die Menschenmenge der Türken wuchs unterdessen immer weiter an, auf über 100 Personen. Wahrscheinlich hatten sich diese durch die sozialen Netzwerke gegenseitig informiert.

Immer mehr Polizisten wurden herbeigerufen und der Bereich für den Verkehr gesperrt. Schließlich wurden die beiden Gruppen endgültig getrennt. Der Polizeieinsatz war gegen Mitternacht beendet.

Titelfoto: Gert Eggenberger/APA/dpa

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