Erdogan ruft Menschen in Türkei zu Boykott französischer Marken auf

Istanbul - In der Auseinandersetzung mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42) hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66) seine Landsleute zum Boykott französischer Produkte aufgerufen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66).
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66).  © Uncredited/Turkish Presidency/dpa

"Von hier aus appelliere ich nun an mein Volk. Beachtet französische Marken bloß nicht, kauft sie nicht", sagte Erdogan am Montag.

Unter anderem in Jordanien, Kuwait und Katar hatten nach Aussagen Macrons zu Mohammed-Karikaturen und Pressefreiheit am Sonntag Händler französische Waren aus ihren Filialen genommen. 

Erdogan hatte Macron zudem am Wochenende Islamfeindlichkeit vorgeworfen und Zweifel an seiner geistigen Gesundheit angemeldet (TAG24 berichtete). Paris rief aus Protest seinen Botschafter aus Ankara zurück.

Macron hatte nach der Enthauptung eines Lehrers (TAG24 berichtete) in Frankreich klargestellt, dass die Meinungsfreiheit in Frankreich auch das Recht beinhaltet, den Propheten Mohammed zu karikieren. 

Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen", sagte Macron bei einer Gedenkfeier zu Ehren des getöteten Samuel Paty. 

Protest in Istanbul: Ein Jugendlicher hält ein mit einem Schuhabdruck versehenes Foto von Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich.
Protest in Istanbul: Ein Jugendlicher hält ein mit einem Schuhabdruck versehenes Foto von Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Dieser hatte Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt und war auf offener Straße getötet und danach enthauptet worden. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten Mohammed abzubilden.

Titelfoto: Montage: Emrah Gurel/AP/dpa, Uncredited/Turkish Presidency/dpa

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