Spannungen im Erdgasstreit: Türkische Kriegsschiffe im Mittelmeer

Athen - Im Streit um Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer hat der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis signalisiert, dass er zu Verhandlungen mit der Türkei bereit ist. Diese könnten aber nicht unter dem Eindruck der jüngsten Drohungen Ankaras stattfinden. 

Ein Militärschiff der türkischen Marine liegt vor Anker in der Nähe des türkischen Forschungsschiffs "Oruc Reis" vor der Küste Antalyas im Mittelmeer.
Ein Militärschiff der türkischen Marine liegt vor Anker in der Nähe des türkischen Forschungsschiffs "Oruc Reis" vor der Küste Antalyas im Mittelmeer.  © Ibrahim Laleli/DHA/AP/dpa

"Wir sind bereit, mit allen unseren Nachbarn zu reden", erklärte Mitsotakis im Staatsfernsehen (ERT). 

Die türkischen Drohungen ließen aber zweifeln, dass Ankara wirklich bereit sei, mit Verhandlungen das Problem im Rahmen des internationalen Rechts zu lösen. Mit den Drohungen öffne Ankara nur die Tür für Sanktionen seitens der EU. Griechenland dagegen provoziere nicht.

Am dritten Tag in Folge setzte am Mittwoch das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" seine Forschungen nach Erdgas im Mittelmeer südlich der griechischen Insel Megisti (Kastelorizo) fort. Türkische Kriegsschiffe begleiteten es. 

Die griechische Marine beobachtet die Bewegungen der türkischen Schiffe und fordert das Forschungsschiff auf, die Region zu verlassen. 

"Mit einer solchen Ansammlung so großer Streitkräfte in einem so kleinen Raum" sei die Gefahr eines Unfalls "sehr groß", meinte Mitsotakis weiter.

EU verurteilt türkische Aktionen

Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" ankert vor der Küste Antalyas im Mittelmeer.
Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" ankert vor der Küste Antalyas im Mittelmeer.  © Ibrahim Laleli/DHA/AP/dpa

Die Suche der Türkei nach Erdgas ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur so genannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des EU-Landes gehöre. 

Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Auch aus Berlin kam Kritik. 

Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta oder Megisti zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.

Titelfoto: Ibrahim Laleli/DHA/AP/dpa

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