Bergisch Gladbach denkt an Städtepartnerschaft mit ukrainischer Stadt Butscha

Bergisch Gladbach - Bürgermeister Frank Stein (59, SPD) hat offen über eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Pszczyna und der ukrainischen Stadt Butscha gesprochen.

Mit Stolz schwenken diese zwei Soldaten an einer Straßensperre in Butscha die Nationalflagge der Ukraine.
Mit Stolz schwenken diese zwei Soldaten an einer Straßensperre in Butscha die Nationalflagge der Ukraine.  © Rodrigo Abd/AP/dpa

Der seit dem 1. November 2020 im Amt tätige Frank Stein präsentierte seinen Vorschlag bereits am vergangenen Donnerstag im Hauptausschuss.

Ziel sei es, Hilfeleistungen der Stadt Bergisch Gladbach über Pszczyna abzuwickeln um die Menschen vor Ort in Butscha zu unterstützen. Vorteil: Die polnische Stadt Pszczyna verfügt bereits über Kontakte nach Butscha.

Sollten sich alle Beteiligten auf eine gemeinsame Zusammenarbeit einigen, hat Stein eine konkrete Vorstellung: "Die polnische Seite hat ja das Know-how, wie Hilfe nach Butscha gelangen kann", sagte Stein dem Kölner Stadt-Anzeiger (KstA) und übte sich in Zurückhaltung.

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"Wir warten ab und wollen uns auf gar keinen Fall irgendwie aufdrängen."



Stein kontaktierte ukrainischen Amtskollegen

Gute Beziehungen nach Pszczyna pflegt Stein seit seinem Amtsantritt. Der 59-Jährige war bereits im vergangenen Jahr vor Ort und besuchte seinen Amtskollegen Dariusz Skrobol persönlich. Im Rahmen des Telefonats am Mittwoch berichtete Skrobol von circa 1200 Flüchtenden aus der Ukraine in seiner Stadt.

Die tatsächliche Anzahl Schutzsuchender Ukrainer dürfte wohl noch höher sein. Grund dafür sind private Unterbringungen, die die Zahl der offiziell Gemeldeten leicht verfälschen könnten.

Auch in Bergisch Gladbach wurden unterdessen Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Nach offiziellen Angaben der Stadt bislang ungefähr 800.

Klare Haltung zu Geschehnissen in der Ukraine

Mitten auf einer Straße in Butscha liegen die Überreste eines russischen Militärfahrzeugs.
Mitten auf einer Straße in Butscha liegen die Überreste eines russischen Militärfahrzeugs.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Es gibt keinen, den die Bilder und Videos der stark getroffenen Stadt Butscha kaltgelassen haben. Auch nicht Bürgermeister Frank Stein: "Die Situation in Butscha muss wirklich schrecklich sein. Es fehlt praktisch an allem", sagte der gebürtige Bensberger dem KstA.

Trotz aller Vorsicht, die momentan in Bezug auf Nachrichten beider Kriegs-Parteien gewahrt werden muss, bezieht Stein eine klare Haltung und verurteilt den Angriffskrieg Russlands als Kriegsverbrechen.

Um seine Hilfe zu signalisieren, bat er seinen polnischen Amtskollegen darum, die Idee und erforderliche Kontaktdaten an die ukrainischen Verantwortlichen weiterzuleiten.

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Nun heißt es für die Stadt Bergisch Gladbach, insbesondere für Bürgermeister Frank Stein, aber erst einmal abwarten.


Titelfoto: Rodrigo Abd/AP/dpa

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