Getränkemarkt wirft russischen Wodka aus den Regalen: Chefin muss sich erklären

Runkel - Aufruhr im Netz! Ein Getränkemarkt einer hessischen Kleinstadt "verbannt" angesichts des Ukraine-Kriegs sämtlichen in Russland produzierten Wodka aus den Regalen. Neben viel Zuspruch und Lob hagelte es aber auch ganz andere Reaktionen.

Die Betreiberin des Getränkemarktes in Runkel (Hessen) will mit der Verbannung in Russland abgefüllter Spirituosen ein Zeichen der Solidarität setzen.
Die Betreiberin des Getränkemarktes in Runkel (Hessen) will mit der Verbannung in Russland abgefüllter Spirituosen ein Zeichen der Solidarität setzen.  © Facebook/Getränke Königstein GmbH

Urheberin der als "Zeichen der Solidarität zur Ukraine" geplanten Aktion ist Getränkemarkt-Betreiberin Christel Königstein aus dem mittelhessischen Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg.

An der Stelle, wo in ihrem Laden sonst die aus dem Land der Oligarchen importierten Alkoholika aufgereiht standen, prangt mittlerweile lediglich ein Zettel samt einer Friedenstaube auf blau-gelbem Hintergrund, den Landesfarben der Ukraine.

Im entsprechenden Facebook-Beitrag erklärt die Geschäftsführerin der Getränke Königstein GmbH ihren Schritt zudem wie folgt: "Nur ein kleiner Beitrag, aber jeder muss alles tun, um diesen unnötigen Krieg zu verhindern und diesem Aggressor Widerstand zu leisten."

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Was durchaus als gutgemeinte Handlung wahrgenommen und abgenickt werden kann, rief zum einen durchaus Lob und Zuspruch - größtenteils im Netz - aus. Doch bereits einen Tag nach Veröffentlichung des Wodka-Boykotts scheint sich Königstein bereits nicht mehr vor negativen Reaktionen retten zu können.

Mit einer Klarstellung versucht man schließlich das Übel einzudämmen und erklärt, dass die Protestaktion keinesfalls gegen das russische Volk "oder in Deutschland lebende Russen", sondern ausschließlich auf die Landesregierung abziele.

Ob das Folge-Statement den gewünschten Effekt und das Ausbleiben von Hass-Mails und Drohnachrichten mit sich brachte, ist nicht bekannt. Im Ursprungs-Post geht die Meinungsschere derweil recht weit auseinander.

Wodka fliegt aus Getränkemarkt-Regalen: Betreiberin sieht sich mit Hassnachrichten konfrontiert

Dort reichen die Kommentare von einem "Richtig so! Es gilt dem russischen Volk bewusst zu machen, was der russische Zar dort anrichtet" bis hin zu Aussagen wie "Ich werde mich niemals durch die Medien lenken lassen und mich niemals von meinen Russischen Freunde Distanzieren oder russische Waren boykottieren!"

An der Tatsache, dass der in Russland abgefüllte Wodka vorerst keinen Platz mehr in den Regalen der hessischen Getränkemarkt-Betreiberin findet, will Königstein, trotz der auf sie eingeprasselten Kritik, aber vorerst nichts ändern.

Titelfoto: Facebook/Getränke Königstein GmbH

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