Lässt Putin stark veraltete Lebensmittel an die russischen Soldaten verteilen?

Kiew - Nach Angaben der ukrainischen Behörden schickt der russische Präsident, Wladimir Putin (69), vor allem junge Männer an die Front in der Ukraine. Schon mehr als 4500 russische Soldaten sollen seit Beginn der Invasion im Nachbarland ihr Leben gelassen haben, die Zahlen steigen täglich. Für den Kremlchef ist das offenbar kein Grund zum Einlenken. Und nun tauchte wohl auch noch ein weiterer Beweis für seine "Großzügigkeit" auf.

Die gefundenen Lebensmittelrationen sind seit 2015 abgelaufen.
Die gefundenen Lebensmittelrationen sind seit 2015 abgelaufen.  © Montage: Screenshot Twitter/NEXTA @nexta_tv (3)

Der britische Verteidigungsminister, Ben Wallace (51), hat Putin im Zusammenhang mit der Eskalation des Ukraine-Konflikts, aber noch vor dessen Verkündung eines russischen Einmarschs, als "völlig irre" bezeichnet.

Er ging sogar noch weiter, als er andeutete, dass Putin sich nicht um seine Soldaten schere. Als Beispiel nannte der Brite Berichte, unter anderem veröffentlicht von The Telegraph, über mobile Krematorien, die den russischen Militärkonvois folgen, um Verluste in der Kreml-Armee "verstecken" zu können.

"Wenn ich ein Soldat wäre und wüsste, dass meine Generäle so wenig Vertrauen in mich haben, dass sie mir mit einem mobilen Krematorium über das Schlachtfeld folgten, oder wenn ich die Mutter oder der Vater eines Sohnes wäre, der möglicherweise in einem Kampfgebiet eingesetzt wird, und meine Regierung setzt ein mobiles Krematorium ein, um Verluste zu vertuschen, wäre ich zutiefst besorgt", sagte der Verteidigungsminister dem "Telegraph".

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Für ihn sei es erschreckend, wie Russland mit seinen Streitkräften umgehe.

Nach der Gefangennahme der ersten russischen Soldaten wurde inzwischen Unglaubliches bekannt!

Eintopf haltbar bis 2015

Wie das polnische Nachrichtenportal Interia schreibt, sollen einige Kriegsgefangene berichtet haben, keine Ahnung darüber gehabt zu haben, wo sie kämpfen sollen und zu welchem Zweck. Ihre Kommandeure hätten ihnen erklärt, dass es beispielsweise um militärische Übungen ginge.

Außerdem hat der Kanal Nexta, der auf dem Messenger-Dienst Telegram läuft, aktuelles Videomaterial ausgewertet und herausgefunden, dass die Soldaten auf ihrem Weg in die Ukraine mit Lebensmittelrationen versorgt wurden, die bereits vor sieben Jahren abgelaufen sind.

In einem Clip ist zu sehen, wie ein ukrainischer Soldat Essenspakete in die Kamera zeigt, die zwischen der Ausrüstung russischer Kämpfer gefunden wurden. So weist ein "Eintopf" auf das Verfallsdatum 2015 hin.

"Leute, geht nach Hause!"

In dem kurzen Film sagt der Soldat: "Es ist jetzt Februar 2022. Sie befinden sich in der Ukraine. Sie sterben in der Ukraine ohne Grund. Und sie geben dir diese verdammten abgelaufenen Rationen mit. (...) Abgelaufene Essensrationen aus dem Jahr 2015. (...) Verstehst du, was sie ihnen geben? (...) Leute, geht nach Hause. Niemand wartet hier auf euch."

Der lettische Verteidigungsminister, Artis Pabriks (55), kommentierte: "Dieses Essen ist wirklich eine Katastrophe. Ich frage mich, wie schlecht die russischen Kommandeure ihre Soldaten behandeln."

Lebensmittelrationen, die die Lebensfunktionen unter schwierigen Bedingungen unterstützen und die richtige Dosis Energie liefern sollen, haben in der Regel eine maximale Haltbarkeit von zehn Jahren. Das bedeutet, dass die Soldaten Gerichte mitgenommen haben, die wahrscheinlich vor 17 Jahren zubereitet wurden.

Titelfoto: Montage: Screenshot Twitter/NEXTA @nexta_tv (3)

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