Präsident Selenskyj per Live-Schalte bei Demonstranten in Frankfurt

Frankfurt am Main/Ukraine - Schweigt nicht, schaut nicht weg - das war am Freitag die Botschaft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (44) an die Völker Europas. Zu hören war sie live auf Demonstrationen in knapp einem Dutzend Städte, darunter in Frankfurt.

Am Freitagabend richtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) Worte an die Demonstranten in Frankfurt, Paris, Bratislava, Vilnius, Prag und Tiflis.
Am Freitagabend richtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) Worte an die Demonstranten in Frankfurt, Paris, Bratislava, Vilnius, Prag und Tiflis.  © Sebastian Gollnow/dpa

Per Live-Schalte hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend an Demonstranten in Frankfurt und mehreren anderen europäischen Städten gewandt.

"Wenn die Ukraine fällt, werden alle fallen", warnte er in seiner Rede vor den Auswirkungen des Kriegs auf den ganzen Kontinent.

Er rief die unter anderem in Frankfurt, Paris, Bratislava, Vilnius, Prag und Tiflis versammelten Menschen zu einer Schweigeminute für die Männer, Frauen und Kinder, Soldaten, Polizisten und Zivilisten auf, die bisher seit dem Angriff Russlands auf das osteuropäische Land ums Leben kamen.

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"Schweigt nicht, geht auf die Straße, unterstützt die Ukraine", forderte Selenskyj die Menschen in Europa auf. Wenn die Ukraine in diesem Konflikt siege, dann werde das auch der Sieg der ganzen demokratischen Welt sein, "der Sieg des Lichts über die Dunkelheit."

Der wie in seinen anderen Videobotschaften in olivgrün gekleidete Präsident verabschiedete sich mit kämpferisch gereckter Faust und den Worten "Ruhm der Ukraine".

Demonstranten schildern Gefühle von "Ohnmacht, Wut, Schmerz und Angst"

Auf dem Frankfurter Römerberg kamen etwa 2000 Menschen zusammen, um gegen den Angriffskrieg Putins zu demonstrieren.
Auf dem Frankfurter Römerberg kamen etwa 2000 Menschen zusammen, um gegen den Angriffskrieg Putins zu demonstrieren.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Was ich fühle? Ohnmacht, Wut, Schmerz und Angst", sagte eine junge Deutsch-Ukrainerin auf der Demonstration. Sie fühle auch Dankbarkeit angesichts der Solidarität, die sie erfahre. "Aber Solidarität reicht nicht. Wir brauchen die Rückendeckungen der Regierungen der EU."

Eine andere Ukrainerin hoffte auf einen "russischen Maidan" gegen den Krieg. Gleichzeitig betonte sie, Angriffe auf russische oder russischstämmige Menschen, Geschäfte oder Restaurants wegen der russischen Politik seien der falsche Weg.

In Frankfurt waren nach Polizeiangaben gut 2000 Menschen zusammen gekommen, viele von ihnen mit ukrainischen Flaggen oder Kleidung in den ukrainischen Landesfarben gelb und blau.

In der Hanauer Innenstadt versammelten sich ebenfalls zahlreiche Menschen zu einer Solidaritäts-Kundgebung mit der Ukraine. Die Polizei sprach zu Beginn der Veranstaltung auf dem Marktplatz von rund 600 Teilnehmern. In der gesamten Stadt sollten Gebäude in den ukrainischen Farben Blau und Gelb angestrahlt werden, darunter Schloss Philippsruhe und der Congress Park Hanau.

Auf der Rednerliste der Kundgebung standen neben Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (62) und der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz (42, beide SPD) auch Vertreter von Religionsgemeinschaften und des Deutschen Gewerkschaftsbundes Südosthessen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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