"Straße des Todes": ZDF geht Kriegsverbrechen in der Ukraine auf die Spur

Mainz/Kiew - Erstmals wird ein Kriegsverbrechen mithilfe von Zeugen, Opfern und Dokumenten im deutschen Fernsehen dokumentiert. ZDF-Reporter begaben sich dafür in die umkämpfte Ukraine.

Reporter Arndt Ginzel (50) sucht an den Unterständen der russischen Soldaten entlang der Schnellstraße E40 nach Beweisen zu ihren Taten.
Reporter Arndt Ginzel (50) sucht an den Unterständen der russischen Soldaten entlang der Schnellstraße E40 nach Beweisen zu ihren Taten.  © ZDF/Gerald Gerber

"frontal"-Reporter Arndt Ginzel (50) war mit einem Kamerateam in der Region, wo wenige Tage nach dem Beginn des Krieges zwei Ukrainer an der Schnellstraße E40 von russischen Soldaten erschossen wurden. Eine Video-Drohne filmte den grausamen Vorfall, über den das ZDF bereits nach dem Bekanntwerden berichtete.

Nun setzten sich Ginzel und seine Mitstreiter für das Aufklären des brutalen Verbrechens ein.

Sie reisten in die Ukraine, machten dort die Angehörigen der beiden Opfer und weitere Überlebende ausfindig.

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Wie das ZDF mitteilte, geht die zu den Kriegsverbrechen ermittelnde Staatsanwaltschaft derzeit von mehr als dreißig getöteten Zivilisten aus. Wer die Täter sind, lässt sich nur schwer herausfinden.

Sie verstünden sich darauf, ihre Beweise zu verwischen. Doch nicht alle Soldaten konnten die Hinweise zu ihren brutalen Taten "vor ihrem Abzug aus den nördlichen Vororten von Kiew beseitigen", wie es seitens des ZDF hieß.

Und weiter: "In ihren einstigen Unterständen entlang der Straße entdecken Reporter verräterische Dokumente."

Auf flüchtende Ukrainer schossen russische Soldaten bei voller Fahrt. Die Autos sind von Einschusslöchern gesäumt, brannten im Anschluss vollständig aus.
Auf flüchtende Ukrainer schossen russische Soldaten bei voller Fahrt. Die Autos sind von Einschusslöchern gesäumt, brannten im Anschluss vollständig aus.  © ZDF/Gerald Gerber
Auch kaputte Panzer finden sich entlang der ukrainischen Schnellstraße E40.
Auch kaputte Panzer finden sich entlang der ukrainischen Schnellstraße E40.  © ZDF/Gerald Gerber

ZDF-"frontal" findet weitere Opfer von Angriff an Schnellstraße E40

Es handle sich dabei um Formulare, auf denen die Russen den Erhalt von Waffen und Munition gegengezeichnet haben. Die Spuren führten Ginzel und seine Kollegen zu einer bestimmten Garde und Einheit.

Diese sei vermutlich auch für den Tod eines weiteren Ukrainers verantwortlich, der auf seiner Flucht aus dem osteuropäischen Land erschossen wurde. Mit ihm im Wagen saßen Frau und Kind. Die beiden überlebten den Angriff an der E40, für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Details zu dem schrecklichen Fall lüften die Investigativjournalisten am morgigen Mittwoch: Ab 20 Uhr steht die Doku "Die Straße des Todes – Kriegsverbrechen in der Ukraine" in der ZDFmediathek zum Anschauen bereit. Nur wenige Stunden darauf, nämlich um 0.45 Uhr, gibt's sie zudem im Zweiten zu sehen.

Titelfoto: Montage: ZDF/Gerald Gerber (2)

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