Ukraine-Krieg: Autobombe bei Moskau explodiert - Spekulationen um getöteten General

Ukraine - Kurz nach seinem Treffen mit europäischen Partnern hat Präsident Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über eine Auffrischung der diplomatischen Initiativen verhandelt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hatte in der vergangenen Woche das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern in die Ukraine bedauert. (Archivbild)  © picture alliance/dpa/PA Wire | Lucy North

Er danke Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und dem Sondergesandten Witkoff für ihre Bereitschaft, in den kommenden Wochen so aktiv wie möglich an einer Wiederbelebung der Diplomatie für ein Ende des russischen Angriffskriegs zu arbeiten, schrieb Selenskyj in sozialen Medien.

In dem Telefonat, das er bei einem Zwischenstopp am Flughafen Chisinau in der Republik Moldau führte, ging es demnach auch um Perspektiven im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel und "anderen Ereignissen im Juni".

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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9. Juni, 21.30 Uhr: Autobombe bei Moskau explodiert - Spekulationen um getöteten General

Unweit der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann am Dienstagmorgen durch eine Autobombe getötet worden.

Die Explosion fand nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees gegen 5.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MESZ) in einem fahrenden BMW statt. Es sei ein Verfahren eingeleitet worden, wobei offen gelassen wurde, in welche Richtung ermittelt wird. Laut der Tageszeitung "Kommersant" wurde die Bombe aus bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Boden des Wagens angebracht.

Unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger zufolge ist der Tote ein Oberst oder gar General der russischen Raketentruppen. Die mutmaßliche Adresse des 57-Jährigen in Balaschicha stand dabei bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren Feindliste der Ukraine. Im April 2025 starb bereits ein General des russischen Generalstabs in der Stadt am östlichen Stadtrand Moskaus durch eine Autobombe.

Gegen Abend entschärften die Behörden zudem einen verdächtigen Gegenstand im Südwesten Moskaus durch eine gezielte Sprengung.

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9. Juni, 20.34 Uhr: Tusk kritisiert Ausschluss seines Landes bei Ukraine-Gesprächen im E3-Format

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (69) hat den Ausschluss seines Landes aus den Ukraine-Gesprächen im E3-Format mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien kritisiert.

Dies habe er auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) in einem Telefonat zu verstehen gegeben, sagte Tusk in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.

"Ich habe gesagt, dass aus polnischer Sicht Vereinbarungen, an denen Polen nicht beteiligt ist, von uns nicht respektiert werden", sagte Tusk demnach. "Polen ist ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen."

Polens Ministerpräsident Donald Tusk (69) hat sein Missfallen über die Ukraine-Gespräche im E3-Format ausgedrückt.  © Marian Zubrzycki/PAP/dpa

9. Juni, 19.23 Uhr: Selenskyj trifft baltische und nordische Regierungschefs in Estland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ist in Estland mit den Ministerpräsidenten der nordischen und baltischen Staaten zusammengetroffen.

In der Hauptstadt Tallinn nahm er als Gast am Gipfeltreffen der sogenannten NB8-Staaten teil. "Das NB8-Format ist wie immer äußerst praktisch", sagte Selenskyj nach den Gesprächen und bedankte sich bei der Staatengruppe, die zu den größten Unterstützern der Ukraine in deren Abwehrkampf gegen Russland gehört.

Zu den Beratungen war nach Angaben des gastgebenden estnischen Regierungschefs Kristen Michal (50) auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (48) per Video zugeschaltet. "Wir werden weiter an der Seite der Ukraine stehen, solange bis ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht ist", betonte Michal im Namen der NB8. Zur Staatengruppe gehören Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen.

Der estländische Ministerpräsident Kristen Michal (50, l.) begrüßte Wolodymyr Selenskyj (48) zum Gipfeltreffen der NB8-Staaten.  © Alexander Welscher/dpa

9. Juni, 11.03 Uhr: Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim

Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden.

Das teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen.

Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln.

Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar - die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten.

Die Brücke von Tschonhar gilt als wichtige Verbindung zur Halbinsel im Schwarzen Meer. (Archivbild)  © picture alliance/dpa | Ulf Mauder

9. Juni, 9.15 Uhr: Russischer Luftangriff tötet vier Menschen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Nordosten der Ukraine sind nach Behördenangaben in der Nacht vier Menschen getötet worden. Russland habe unter anderem die Stadt Tschuhujiw angegriffen.

Das erklärte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Dabei seien drei Frauen und ein Mann getötet worden. "Die Angriffe haben Brände ausgelöst und mindestens 18 Fahrzeuge beschädigt", fügte er hinzu. Zudem seien mehrere Wohngebäude beschädigt worden. In der Stadt Charkiw wurden Synehubow zufolge bei russischen Angriffen 15 Menschen verletzt.

Die ukrainische Luftwaffe ortete bis zum Morgen 168 russische Drohnen und Raketen, von denen 148 abgewehrt worden seien.

Russland griff mit Raketen und Drohen an. (Archivfoto)  © picture alliance/dpa | Anas Alkharboutli

8. Juni, 22.38 Uhr: Moskau räumt Kraftstoff-Mangel wegen Kiews Angriffen zu

Das russische Energieministerium hat Probleme bei der Kraftstoffversorgung infolge ukrainischer Angriffe eingeräumt.

In letzter Zeit hätten Unternehmen des Kraftstoff- und Energiesektors mit einer Zunahme von feindlichen Angriffen aus der Luft zu kämpfen, "was zu vorübergehenden Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in einer Reihe von südlichen Regionen führt", hieß es in einer Mitteilung der Behörde bei Telegram.

Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus eben diesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen, teilte die Behörde weiter mit.

8. Juni, 17.30 Uhr: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

Durch russische Angriffe sind in der Ukraine mindestens drei Zivilisten getötet worden.

Bei einem Drohnenangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja seien zwei Menschen ums Leben gekommen, teilte Militärgouverneur Iwan Fedorow bei Telegram mit. Weitere 15 Menschen wurden demnach verletzt. Die Industriestadt ist rund 25 Kilometer von der Front entfernt.

Im nordostukrainischen Gebiet Sumy starb ein Mann bei einem russischen Angriff mit Mörsern und Drohnen. Er sei auf einem Fahrrad in der Gemeinde Seredyna-Buda unterwegs gewesen, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit. Die Gemeinde befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Russland.

In der Ostukraine sind Behördenangaben nach zudem mindestens sieben Menschen verletzt worden. Auf die Stadt Slowjansk seien drei Bomben abgeworfen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es habe Schäden an Verwaltungsgebäuden, einer medizinischen Einrichtung und mehreren Wohnhäusern gegeben. Bis zur Front sind es von Slowjansk aus nur etwa 18 Kilometer.

Feuerwehrleute löschen ein Feuer in einem Privathaus nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

8. Juni, 14.28 Uhr: BSW-Europaabgeordnete werben in Moskau für Friedensdialog

Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich (61) und Michael von der Schulenburg (77) haben in Moskau für einen Friedensdialog unterhalb der Regierungsebene geworben.

Weil die Bundesregierung nicht in der Lage sei, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, brauche es einen Dialog auf einer Ebene darunter, sagte von der Schulenburg in einer Rede im Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Teilnehmen an dem Dialog sollten Russen und Deutsche mit politischem Einfluss. Die Überlegungen dafür stünden am Anfang, Ergebnisse seien abhängig auch von Gesprächen in Moskau.

"Für uns ist wichtig, einen Ausweg zu finden", sagte von der Schulenburg.

Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich (61, l.) und Michael von der Schulenburg (77, r.) in Moskau.  © Ulf Mauder/dpa

8. Juni, 9.39 Uhr: Ukraine greift Zug auf dem Weg zur Krim an

Auf der von Russland kontrollierten Krim ist ein Passagierzug auf der Strecke Moskau–Simferopol nach Behördenangaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden. Ein Lokführerassistent wurde dabei getötet, der Lokführer verletzt. Fahrgäste blieben demnach unverletzt.

Der Zugverkehr wurde in der Region vorübergehend eingestellt. Züge wurden evakuiert, Passagiere mit Bussen weiterbefördert.

Der Angriff trifft die ohnehin angeschlagene Tourismusregion mitten in der Hochsaison. Laut Medienberichten kommt es vermehrt zu Stornierungen und rückläufigen Buchungen. Auch Treibstoffknappheit und Einschränkungen an Tankstellen sollen viele Reisende abschrecken.

Russland meldete parallel den Abschuss zahlreicher Drohnen in mehreren Regionen, auch auf der Krim. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

Die Krim-Brücke erstreckt sich zwischen Kertsch auf der Krim-Halbinsel und dem russischen Festland.  © picture alliance/dpa/TASS | Sergei Malgavko

8. Juni, 6.53 Uhr: Europäer sichern weitere militärische Unterstützung zu

Die Europäer sicherten dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj bei dem Londoner Gipfel am Sonntag auch weitere militärische Unterstützung zu.

Darüber solle bei den im Juni und Juli stattfindenden Gipfeltreffen der G7 und der Nato sowie beim nächsten Treffen der "Koalition der Willigen" gesprochen werden, in der sich die Verbündeten der Ukraine zusammengeschlossen haben.

Die Staats- und Regierungschefs betonten die dringende Notwendigkeit, die Raketenabwehr und die Verfügbarkeit weitreichender Waffen zu stärken. Sie erörterten zudem, "wie das Bündnis von der Kampferfahrung der Ukraine lernen kann".

Außerdem wurde besprochen "wie die langfristige industrielle Zusammenarbeit mit der Ukraine ausgebaut werden kann, um die eigene Verteidigung Europas zu stärken".

Die Europäer möchte die Ukraine weiter militärisch unterstützen. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa/ukrin | Oleksandr Klymenko

7. Juni, 17.52 Uhr: Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an

Ukrainische Drohnen haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei das Öllager Semikolodesjanska getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialeinheiten auf Telegram mit.

Das Lager werde von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt. Über das Ausmaß möglicher Schäden wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen traf ein Ölterminal im Hafen von Feodosija. Das Terminal werde zur Versorgung der Krim im Notfall genutzt. Auch hier machten die ukrainischen Sondereinheiten keine Angaben zu den Auswirkungen des Angriffs. Von russischer Seite gab es zu beiden Angriffen zunächst keine Informationen.

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