Ukraine-Krieg: Halbe Million Menschen in Kiew von Stromausfällen betroffen

Ukraine - Bei einer weiteren nächtlichen Attacke auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind russische Raketen und Kamikaze-Drohnen in der Millionenmetropole eingeschlagen.

Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht auf Samstag erneut angegriffen.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht auf Samstag erneut angegriffen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Kurz nach Mitternacht und am späteren Morgen wurden Explosionen gemeldet. Es gebe mindestens ein Todesopfer und elf Verletzte, darunter ein Kind, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf örtliche Behörden.

Mehrere Wohngebäude in verschiedenen Stadtbezirken wurden beschädigt. Auch in anderen Landesteilen wurde den Berichten zufolge Raketenalarm ausgelöst.

Kiew ist eines der häufigsten Ziele russischer Luftangriffe. Schon in der Nacht zu Dienstag waren dort laut Bürgermeister Vitali Klitschko (54) bei Attacken mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern, Hyperschallraketen und Drohnen sieben Menschen getötet worden. Das ukrainische Energieministerium sprach danach von einem "massiven kombinierten Angriff".

Mutmaßlicher Nord-Stream-Drahtzieher an Deutschland ausgeliefert
Ukraine Mutmaßlicher Nord-Stream-Drahtzieher an Deutschland ausgeliefert

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

29. November, 11.28 Uhr: Halbe Million Menschen in Kiew von Stromausfällen betroffen

Bei den neuen russischen Raketen- und Drohnenangriffen sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Russland habe mit 36 Raketen und fast 600 Drohnen angegriffen. Hauptziele seien die Energieinfrastruktur gewesen und zivile Objekte. Selenskyj sprach auch von massiven Schäden und Bränden in Wohnhäusern in der Hauptstadt Kiew und Umgebung.

Nach Behördenangaben sind in der Millionenmetropole Kiew 500.000 Menschen von Stromausfällen betroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko gab die Zahl der Toten in Kiew mit zwei an. Zudem gebe es 29 Verletzte.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass neben Energieinfrastruktur auch Rüstungsbetriebe Ziele der Angriffe gewesen seien. Es handele sich um Antworten auf ukrainische Angriffe gegen russische Ziele. Demnach schoss die russische Flugabwehr innerhalb von 24 Stunden 158 ukrainische Drohnen ab.

Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew suchten während der russischen Angriffe in U-Bahn-Stationen Schutz.
Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew suchten während der russischen Angriffe in U-Bahn-Stationen Schutz.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

29. November, 7.19 Uhr: Neue Luftangriffe auf Kiew

Bei einer weiteren nächtlichen Attacke auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind russische Raketen und Kamikaze-Drohnen in der Millionenmetropole eingeschlagen.

Kurz nach Mitternacht und am späteren Morgen wurden Explosionen gemeldet. Es gebe mindestens ein Todesopfer und elf Verletzte, darunter ein Kind, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf örtliche Behörden.

Mindestens eine Person verlor bei den nächtlichen Attacken ihr Leben.
Mindestens eine Person verlor bei den nächtlichen Attacken ihr Leben.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

28. November, 18.45 Uhr: Laut russischem Gouverneur Frau nach ukrainischem Beschuss tot

In der russischen Region Belgorod ist nach Behördenangaben eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden.

Bei dem Einschlag in ein Privathaus im Dorf Dragunskoje sei außerdem ein Fünfjähriger verletzt worden, schrieb der Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Es gebe mehrere Brände.

28. November, 16.44 Uhr: Büroleiter von Selenskyj tritt zurück

In der Ukraine ist der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, nach Durchsuchungen von Anti-Korruptionsermittlern in seiner Wohnung zurückgetreten.

Jermak habe eine Rücktrittserklärung unterzeichnet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in einer Videobotschaft.

Der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, ist am Freitag zurückgetreten.
Der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, ist am Freitag zurückgetreten.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

28. November, 15 Uhr: Streit um Russen-Gelder

Der belgische Regierungschef Bart De Wever (54) warnt in einem Brandbrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) vor einem Vorantreiben der Pläne für die Nutzung von in der EU festgesetzten Geldern Russlands.

Neben rechtlichen und finanziellen Risiken thematisiert der Premierminister dabei auch mögliche Folgen für die aktuelle US-Initiative zur Beendigung des russischen Angriffskrieges. So heißt es in dem Schreiben, die EU untergrabe mit ihrem Vorgehen die Möglichkeit eines Friedensabkommens.

Bereits in den laufenden Verhandlungen zeige sich, dass russisches Staatsvermögen eine zentrale Rolle spielen werde, betont De Wever. "Diese Vermögenswerte werden vollständig verfügbar sein müssen."

Aus De Wevers Sicht sollte die EU zur Deckung des Finanzbedarfs der Ukraine besser Geld an den Kapitalmärkten aufnehmen.

Der belgische Regierungschef Bart De Wever (54) warnt die EU.
Der belgische Regierungschef Bart De Wever (54) warnt die EU.  © Britta Pedersen/dpa

28. November, 14.17 Uhr: Orban bekräftigt Einladung zu Putin-Trump-Gipfel in Budapest

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat bei seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau seine Einladung zu einem Russland-USA-Gipfel in Budapest erneuert.

Putin dankte und sagte, dass US-Präsident Donald Trump zuletzt die Idee für ein solches Treffen in Budapest hatte. Er sei auch dazu weiter bereit, wenn die Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges gegen die Ukraineentsprechende Ergebnisse brächten.

"Wir kennen ihre ausgewogene Haltung zur ukrainischen Problematik", sagte Putin lobend zum Auftakt der Gespräche, die der Kreml übertrug. Trump hatte den Gipfel vor einigen Wochen abgesagt, weil es aus seiner Sicht keine Perspektive gab.

28. November, 14.16 Uhr: Putin empfängt Orban für Gespräche über Energie und Krieg

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban spricht heute in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml über Energielieferungen und den Krieg gegen die Ukraine.

Das kündigte der Rechtspopulist vor dem Abflug aus Budapest nach Moskau an. Russische Staatsmedien zeigten gegen Mittag seine Ankunft im Kreml.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuvor bestätigt, dass das Treffen mit Putin geplant sei. Putin und Orban haben auch während des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraineimmer wieder direkte Gespräche geführt, was in der EU stets Kritik auslöste. Der Kremlchef hingegen sieht es als Erfolg seiner Politik, dass der Vertreter eines EU- und Nato-Mitgliedsstaates als Bittsteller nach Moskau kommt.

28. November, 11.15 Uhr: Korruptionsskandal - Durchsuchung bei Selenskyjs Bürochef

Die Anti-Korruptionsbehörden der Ukraine haben am Morgen über eine Durchsuchung bei dem Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, informiert.

Die Maßnahmen gegen den Kanzleichef von Präsident Wolodymyr Selenskyj seien genehmigt und Teil laufender Ermittlungen, teilten das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) in Kiew mit. Details sollten später folgen. Das Land, das sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg wehrt, wird von einem Schmiergeldskandal erschüttert, der bis in die Staatsführung reicht.

Die Anti-Korruptionsbehörden der Ukraine haben am Morgen über eine Durchsuchung bei dem Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak (54), informiert.
Die Anti-Korruptionsbehörden der Ukraine haben am Morgen über eine Durchsuchung bei dem Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak (54), informiert.  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

28. November, 6.05 Uhr: Putin will vor Waffenruhe volle Kontrolle über Donbass

Ein Strang der US-Bemühungen kommende Woche wird ein Besuch von Trumps Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau sein.

Kremlchef Wladimir Putin bestätigte einen Termin in der ersten Wochenhälfte. Auf Reisen in Kirgistan in Zentralasien bekräftigte er allerdings eine harte Haltung Moskaus in der Ukraine-Frage ohne Zugeständnisse.

Als Grundvoraussetzung für eine Einigung nannte Putin erneut eine volle russische Kontrolle über die Gebiete Donezk und Luhansk im Donbass.

27. November, 20.43 Uhr: Was passiert da hinter den Kulissen? Selenskyj deutet Spitzentreffen an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat für kommende Woche ein Spitzentreffen in den Gesprächen über ein Ende des Krieges angedeutet.

"Nächste Woche stehen nicht nur für unsere Delegation, sondern auch für mich wichtige Verhandlungen an, und wir bereiten einen soliden Boden für diese Verhandlungen vor", sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

Details nannte der ukrainische Staatschef nicht. Allerdings steht nach Verhandlungen der USA und der Ukraine über einen Friedensplan im Raum, dass Selenskyj ein weiteres Mal US-Präsident Donald Trump treffen könnte. Zuletzt signalisierten beide Seiten, dass es eine weitgehend gemeinsame Position gibt.

Trifft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) bald wieder auf Trump?
Trifft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) bald wieder auf Trump?  © Sarah Meyssonnier/Pool Reuters via AP/dpa

27. November, 18.37 Uhr: Offenbar fünf ukrainische Kriegsgefangene getötet

In der Südukraine sind nach ukrainischen Angaben fünf Kriegsgefangene von russischen Soldaten erschossen worden. Der Vorfall habe sich am Morgen am Frontabschnitt bei der Stadt Huljajpole ereignet, teilte die Staatsanwaltschaft in Kiew mit.

Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes und eines verübten Kriegsverbrechens seien von der Staatsanwaltschaft des Gebiets Saporischschja eingeleitet worden.

Nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen haben russische Truppen bereits mehrere Dutzend kriegsgefangene ukrainische Soldaten getötet.

Ein Ermittler eines internationalen Forensik-Teams trägt eine Weste mit der Aufschrift "War Crimes Prosecutor"
Ein Ermittler eines internationalen Forensik-Teams trägt eine Weste mit der Aufschrift "War Crimes Prosecutor"  © Carol Guzy/Zuma Press/dpa

27. November, 17.36 Uhr: Putin nimmt US-Unterhändler Witkoff in Schutz

Nach einem Telefonat von US-Unterhändler Steve Witkoff (68) mit Kremlberater Juri Uschakow hat der russische Präsident Wladimir Putin (72) den Amerikaner gegen Kritik in Schutz genommen. "Er ist ein amerikanischer Bürger und verteidigt die Position seines Präsidenten und seines Landes", sagte der Staatschef Journalisten in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Putin ließ offen, ob der Mitschnitt, in dem der US-Amerikaner seinem außenpolitischen Berater Uschakow Ratschläge für einen Anruf bei Trump erteilt, echt war oder nicht.

Titelfoto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Mehr zum Thema Ukraine: