Bauschutt, Reifen, Asbest: Illegale Müllentsorgung in Sachsen-Anhalt nimmt zu

Magdeburg - Immer häufiger kann man in Sachsen-Anhalt illegale Müllablagerungen beobachten. Ob an Feldwegen, in Waldstücken, auf Brachflächen oder Bauruinen: Die Fälle von illegaler Müllentsorgung nehmen seit Jahren im Land zu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Auch Autoreifen werden immer wieder illegal in der Umwelt entsorgt. (Archivbild)
Auch Autoreifen werden immer wieder illegal in der Umwelt entsorgt. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

In vielen der 14 Kreise und kreisfreien Städte habe es einen enormen Zuwachs solcher Umweltvergehen in den vergangenen Jahren gegeben. Andere vermeldeten zumindest ein in etwa gleichbleibendes Aufkommen.

Im Salzlandkreis hat sich die Zahl der registrierten Fälle von illegaler Müllentsorgung zwischen 2016 und 2020 beinahe verdreifacht. 714 Fälle wurden im vergangenen Jahr festgestellt.

Auch im Kreis Mansfeld-Südharz sei nach Angaben der Kreisverwaltung in den vergangenen Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Fälle von illegal abgelagertem Müll zu verzeichnen.

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Gleiches gelte für den Burgenlandkreis und die Stadt Dessau-Roßlau.

In den Augen der Landkreise und kreisfreien Städte mangele es keineswegs an ordnungsgemäßen Entsorgungswegen.

Erhebliche Umwelt- und Gesundheitsschäden

Vielmehr trügen unter anderem kurzlebige Konsumprodukte, die Zunahme des Versandhandels, die Bequemlichkeit einiger Bürger und wohl auch fehlende soziale Kompetenz oder Kontrolle zu dieser Entwicklung bei, hieß es in der Erklärung des Dessauer Stadtrates.

Auch die geringe Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, lasse die Hemmschwelle bei vielen sinken.

Neben der formalen Illegalität und der optischen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes stellen illegal entsorgte Abfälle zum Teil eine erhebliche Umwelt- oder Gesundheitsgefahr dar, beispielsweise durch das Freisetzen wassergefährdender Stoffe wie Altöle, Farben, Elektrogeräte.

Hinzu kämen häufig krebserzeugende Stoffe durch Bauteile aus Asbest oder künstlichen Mineralfasern.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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