Hungern fürs Klima: Aktivisten wollen Gespräch mit Kanzlerkandidaten erzwingen

Berlin - Für eine radikale Klimawende haben sieben junge Leute in Berlin nach eigenen Angaben einen unbefristeten Hungerstreik begonnen.

Umweltaktivisten sitzen im Regierungsviertel zusammen vor einem Zelt. Seit Tagen befinden sich die jungen Menschen in einem Hungerstreik für eine bessere Klimapolitik.
Umweltaktivisten sitzen im Regierungsviertel zusammen vor einem Zelt. Seit Tagen befinden sich die jungen Menschen in einem Hungerstreik für eine bessere Klimapolitik.  © Paul Zinken/dpa

Am Donnerstag demonstrierten einige der Aktivisten mit Unterstützern am Reichstagsgebäude.

Erklärtes Ziel ist eine öffentliche Diskussion mit den Kanzlerkandidaten von CDU/CSU, SPD und Grünen sowie die Einsetzung eines Bürgerrats, der der Politik Sofortmaßnahmen gegen die Erderwärmung vorgeben soll.

"Keines der Wahlprogramme der etablierten Parteien greift auch nur ansatzweise das auf, was notwendig ist, (...) um ein Überleben auf diesem Planeten zu ermöglichen", sagte der 22-jährige Simon Helmstedt, einer der Hungerstreikenden, der Deutschen Presse-Agentur.

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Aus Sicht der Wissenschaft blieben nur noch drei Jahre Zeit, um gegenzusteuern. "Ich finde das sehr erschütternd."

Vor dem Hungerstreik hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vergeblich andere Protestformen gewählt. "Wir wurden ignoriert", sagte der Biologiestudent.

Vorerst keine Rückmeldung von den Kanzlerkandidaten Baerbock, Scholz und Laschet

Man wisse, dass die Nahrungsverweigerung gefährlich sei. "Das ist ja eine fundamentale Entscheidung, in den unbefristeten Hungerstreik zu treten", sagte der junge Berliner. "Für mich ist es klar geworden, dass es jetzt notwendig ist."

Von den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (60, CDU), Olaf Scholz (63, SPD) und Annalena Baerbock (40, Grüne) gebe es vorerst keine Rückmeldung, sagte die Sprecherin der Aktion, Hannah Lübbert, am Donnerstag.

Der Hungerstreik begann den Angaben zufolge am Montag. Die Aktivisten kampieren auf einer Wiese im Spreebogen in der Nähe des Reichstagsgebäudes.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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