Knapp zehn Jahre nach Fukushima: Japaner wollen radioaktives Wasser ins Meer ablassen!

Fukushima - Der 11. März des nächsten Jahres ist der Tag eines traurigen Jubiläums. Die Atom-Katastrophe in Fukushima "feiert" Zehnjähriges. Nun schockt die japanische Regierung mit einem Harakiri-Plan: Das radioaktive Material soll nun ins Meer gekippt werden!

Das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima.
Das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima.  © ---/kyodo/dpa

Gut eine Dekade später dürfte den meisten die Bilder noch immer präsent sein. Nach einem Erdbeben kam es infolge eines Kühlsystemausfalls zu einer Kernschmelze.

Bilder von 1986 aus Tschernobyl waren 25 Jahre später plötzlich wieder in den Köpfen der Weltbevölkerung - in Form eines desaströsen Deja Vus.

Nun, knapp zehn Jahre nach Fukushima, plant die japanische Regierung radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Kernkraftwerk ins Meer zu leiten.

Inmitten von Klimazielen und einer der wohl größten Umweltbewegungen der Menschheitsgeschichte, klingt das gleichermaßen paradox wie unbegreiflich.

Das kontaminierte Wasser soll wohl frühestens im übernächsten Jahr ins Meer gelassen werden, heißt es. Die Rede ist von etwa einer Million Tonnen aus in Summe 1000 Tanks.

Den örtlichen Behörden zufolge, arbeitet man derzeit daran, das Wasser nach und nach immer weiter zu filtern, sodass durch das Ablassen des Wassers kaum bis gar keine Umweltschäden zu erwarten seien.

Experten seien der Meinung, am Ende der Filtervorgänge schließlich nur noch Tritium im Wasser enthalten sein sollte, welches nur in sehr hohen Dosen für die Menschen gefährlich sein könnte, berichtet unter anderem auch ntv.

Keine Umweltschäden? Fischer und Landwirte schlagen Alarm

Es benötige wohl 40 Jahre um die Schäden des Atomunglücks zu beheben, heißt es unter anderem von der japanischen Regierung.
Es benötige wohl 40 Jahre um die Schäden des Atomunglücks zu beheben, heißt es unter anderem von der japanischen Regierung.  © -/kyodo/dpa

Auch soll es keinerlei Umweltprobleme geben, würde das Wasser ordnungsgemäß aller Statuten gefiltert sein, bevor es ins Meer gelangt.

Die finale Entscheidung über das Vorgehen und der letztlichen Umsetzung des Atomkraftwerk-Wasser-Planes soll laut übereinstimmender japanischer Medien in Kürze getroffen werden.

Grund für den Plan: Die Lagerkapazitäten für das kontaminierte Wasser, welches aus der Anlage abgepumpt und in Tepco-Tanks aufbewahrt wird, werden langsam aber sicher knapp. Bereits 2022 seien diese Speicher dann voll.

Die japanische Regierung gerät dadurch zunehmends unter Druck und soll Lösungsansätze für dieses Problem liefern. Und das besser gestern als heute.

Nun scheint man zu glauben, wohl einen entsprechenden Ansatz gefunden zu haben.

Fischer und Landwirte in der Umgebung schlagen derweil Alarm, fürchten um die Umwelt und schließlich auch um ihre Existenz, so die ARD.

Titelfoto: ---/kyodo/dpa

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