Nationalpark Eifel zeigt unbeliebte Naturbewohner, Besucher sind schuld!

Schleiden - Normalerweise zeigt der Nationalpark Eifel voller Stolz seine Artenvielfalt. Doch in einem aktuellen Facebook-Posting teilt der Nationalpark mal unbeliebte Naturbewohner.

Das Plakat zeigt Müllarten, die unterschiedlich viel Zeit benötigen, um restlos zu verrotten.
Das Plakat zeigt Müllarten, die unterschiedlich viel Zeit benötigen, um restlos zu verrotten.  © Oliver Berg/dpa/Facebook/NationalparkEifel / Montage

Bei dem Plakat handelt es sich um Hinterlassenschaften von Besuchern im Wald, die ihre Sachen achtlos zwischen dem Grün zurücklassen.

Neben den kreativen Namen für den Müll zeigt das Plakat die Verrottungszeit.

So dauert es beispielsweise zwei bis sieben Jahre, bis ein "Blauer Dunstling" verrottet ist. Damit meinen die Nationalpark-Mitarbeiter übrigens einen Zigarrettenstummel.

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Eine Blechdose namens "Alter Dosenhopf" benötigt etwa 500 Jahre, bis sie spurlos verschwunden ist.

Bis dahin gefährdet sie Tiere und das Erdreich und gibt schlimmstensfalls noch giftige Stoffe ab.

Beim Thema Stoff zeigt das Plakat auch die aktuellen Corona-Schutzmasken, die mittlerweile häufig achtlos auf den Boden fallen.

Die mehrlagigen Vlies-Kunststoff-Produkte benötigen auch 450 Jahre, um sich restlos aufzulösen.

Schlimmer sind ganze Plastikflaschen, die zwischen 500 und 800 Jahre Zeit brauchen, bis sie sich im Wald aufgelöst haben.

Der Nationalpark Eifel bei Facebook

Beim Wandern im Wald keinen Müll wegwerfen

Radfahrer machen im Nationalpark Eifel am Urftsee ein Picknick.
Radfahrer machen im Nationalpark Eifel am Urftsee ein Picknick.  © Oliver Berg/dpa

Das Foto, das ursprünglich von der Baiersbronn Touristik in Umlauf gebracht wurde, sorgt für viel Beachtung im Internet. Viele Naturfreunde und Leser wussten nicht, wie lange sich Müll in der Umwelt hält, wie die Kommentare offenbaren. Andere Nutzer hoffen, dass Waldbesucher immer ihren Müll mitnehmen und in Eimer werfen.

Eine Nationalpark-Besucherin schreibt: "Sehr traurig, dass man sowas überhaupt immer wieder sagen muss. Das sollte selbstverständlich sein, seinen Müll nicht im Wald liegen zu lassen!"

Ein anderer berichtet: "Ich wandere aktiv seit 2008 in der Eifel, ich nehme nicht nur meinen Müll wieder mit, sondern auch fremden, kommt alles in eine Plastiktüte, verschlossen mit Klipp und zuhause in die gelbe Tonne."

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Sein Schlüsselerlebnis sei das Erklimmen eines Gipfelkreuzes gewesen, wo er oben angekommen nicht nur tolle Ausblicke, sondern auch leere Plastikflaschen und Becher rund um die Sitzbank fand.

"Kein Aprilscherz: Unterstützen Sie uns dabei, die rasante und oft gut getarnte Vermehrung dieser Arten zu stoppen!" Gemeint ist der Müll, den viele Besucher sorglos im Wald zurücklassen. Auf seiner Webseite bittet der Park in der Corona-Pandemie ohnehin um verstärkte Rücksicht.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa/Facebook/NationalparkEifel / Montage

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