Castor-Transportschiff mit sechs Atommüll-Behältern legt in Deutschland an

Nordenham/Biblis - Das erwartete Transportschiff mit sechs Atommüll-Behältern an Bord hat am Montagmorgen im Hafen von Nordenham an der Weser festgemacht. 

Gegen 6.40 Uhr hat das Castor-Transportschiff im Hafen von Nordenham festgemaxht.
Gegen 6.40 Uhr hat das Castor-Transportschiff im Hafen von Nordenham festgemaxht.  © dpa/Sina Schuldt

Die Castor-Container sollen anschließend auf einen Zug verladen werden, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). Danach soll der Zug die Behälter in das  Zwischenlager in Biblis in Hessen fahren. Bis jetzt laufe alles nach Zeitplan.

Atomkraftgegner haben sich seit Tagen auf die Ankunft des Schiffes vorbereitet. Auch am Montagmorgen hielten sie in Nordenham eine Mahnwache. Der Transport wird von massiven Polizeikräften gesichert.

Das Schiff habe gegen 6.40 Uhr festgemacht, bestätigte die Polizeidirektion Oldenburg, die den Einsatz leitet. Der deutsche Atommüll kommt aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield.

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Das Transportschiff war am Dienstag von einem Hafen in der Nähe ausgelaufen. Auf der Nordsee wurde die "Pacific Grebe" in deutschen Gewässern von der Bundespolizei eskortiert. In der Zwölfmeilenzone vor der Küste übernahm die Polizei Niedersachsen.

Kundgebungen an allen möglichen Fahrtrouten angekündigt

Die Atomkraftgegner in dem Protestbündnis Castor-stoppen haben Kundgebungen und Mahnwachen entlang aller möglichen Fahrtrouten des Zuges angekündigt.
Die Atomkraftgegner in dem Protestbündnis Castor-stoppen haben Kundgebungen und Mahnwachen entlang aller möglichen Fahrtrouten des Zuges angekündigt.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Die Corona-Pandemie trifft sowohl die Sicherung des Transports wie auch die Demonstrationen dagegen. Die Polizeidirektion Oldenburg habe auf Basis der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts ein umfassendes Hygienekonzept für den Einsatz erstellt, sagte Polizeivizepräsident Andres Sagehorn.

"Die Gesundheit aller Beteiligten genießt höchste Priorität", sagte der Gesamteinsatzleiter. Dies gelte sowohl für die Bürgerinnen und Bürger, die ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausübten, wie für die Polizeikräfte im Einsatz.

Beim Umladen der Castor-Behälter auf die Waggons wird nach GNS-Angaben noch einmal kontrolliert, dass die Strahlung in den zulässigen Grenzwerten liegt. Angaben dazu, wann der Zug Nordenham verlässt, wurden nicht gemacht.

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Die Atomkraftgegner in dem Protestbündnis Castor-stoppen haben Kundgebungen und Mahnwachen entlang aller möglichen Fahrtrouten des Zuges angekündigt.

Aufgrund internationaler Verpflichtungen muss Deutschland seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen - aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague.

An dem Transport des gefährlichen Materials gibt es viel Kritik. Umweltschützer sehen beispielsweise Mängel an dem Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite bei den Atommüllbehältern.

Die für die Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) wies Bedenken zurück.

Update, 11.49 Uhr: Castor-Behälter mit Atommüll werden auf Bahn umgeladen

Mit einem Kran wurde am Montag der erste von sechs runden Container auf einen Waggon gehievt.
Mit einem Kran wurde am Montag der erste von sechs runden Container auf einen Waggon gehievt.  © dpa/Sina Schuldt

Wenige Stunden nach Ankunft eines Schiffes mit deutschem Atommüll im Hafen Nordenham an der Weser hat das Umladen der Castor-Behälter auf die Eisenbahn begonnen.

Mit einem Kran wurde am Montag der erste von sechs runden Container auf einen Waggon gehievt.

Das Umladen werde am Montag nicht mehr abgeschlossen werden, sondern sich bis Dienstag hinziehen, sagte eine Polizeisprecherin.

Vor dem abgeriegelten Hafengelände halte noch eine Handvoll Atomkraftgegner eine Dauermahnwache. "Die Lage ist ruhig", sagte die Sprecherin.

Es gab keine Angaben, wann der Zug Richtung Biblis abfahren soll. Die Castor-Gegner haben aber Kundgebungen oder Mahnwachen entlang der möglichen Fahrstrecken angekündigt.

Auch von der Firma GNS, die den Transport durchführt, hieß es, dass das Umladen bis in den Dienstag dauern werde.

Die Außenstrahlung der Castor-Behälter werde beim Umsetzen noch einmal gemessen. Bei der letzten Messung in Sellafield habe der Wert ein Viertel des erlaubten Grenzwertes betragen.

Titelfoto: dpa/Sina Schuldt

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