Preisdrückerei und Scheinheiligkeit: Bauernverband schießt gegen Aldi!

Von Carsten Hoefer

München - Aldi hat mit seinem angekündigten Verzicht auf industriell produziertes Fleisch beim bayerischen Bauernverband großen Ärger ausgelöst. Grund ist die Befürchtung, dass am Ende die Landwirte auf den Kosten sitzen bleiben.

Aldi will bis 2030 nur noch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung verkaufen.
Aldi will bis 2030 nur noch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung verkaufen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Bauernpräsident Walter Heidl (61) warf Aldi am Freitag sowohl Preisdrückerei als auch Scheinheiligkeit vor. "Ich bin schockiert, wenn Aldi als Erfinder des Discounts in die Offensive geht und maximale Steigerung bei den Tierwohlstandards verkündet", erklärte Heidl.

"Und das, obwohl wir zum Beispiel mit Aldi im Moment bei der Entwicklung von Konzepten bei der Steigerung des Tierwohls um jeden Zehntel Cent streiten müssen."

Wenn Aldi dann auch noch vom "bestmöglichen Preis" spreche, habe er den Eindruck: "Da geht es nur um die eigene Gewinnspanne", warf Heidl dem Management der Supermarktkette vor.

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Aldi Nord und Süd haben versprochen, bis 2030 den Verkauf von Fleisch einzustellen, das in reiner Stallhaltung produziert wird, ohne dass die Tiere jemals an der Luft sind und Sonne sehen.

Agrarministerin Michaela Kaniber (43, CSU) dagegen begrüßte die Ankündigung im Grundsatz. "Dass Aldi Billigfleisch den Kampf angesagt hat, ist ein gutes und wichtiges Signal", sagte Kaniber dazu.

Agrarministerin Kaniber: Verbraucher entscheiden über Tierwohl

Der Bauernverband hat große Bedenken nach dem Fleisch-Vorstoß von Aldi. (Symbolbild)
Der Bauernverband hat große Bedenken nach dem Fleisch-Vorstoß von Aldi. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ministerin appellierte an die Bürger, ihren Beitrag zu leisten - durch die Bereitschaft, angemessene Preise für gute Lebensmittel zu zahlen. "Letztlich entscheiden die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Art der Produktion und Tierwohl", sagte die CSU-Politikerin.

"Sie haben es in der Hand, an der Ladentheke die Mehraufwendungen auch zu honorieren." Das bezieht sich darauf, dass Fleisch aus tiergerechter Haltung mehr kostet als Massenware.

"Aber Qualität hat natürlich ihren Preis. Unsere Erzeuger müssen für ihre guten Produkte auch fair entlohnt werden. Jeder in der ganzen Wertschöpfungskette muss von den Produkten auch leben können."

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Kaniber betonte, dass die bayerischen Bauern auf diesem Weg schon sehr weit seien - und unterstrich den Beitrag der Staatsregierung dazu. Für das bayerische Tierwohlprogramm "BayProTier" werde die Regierung bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr ausgeben.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa + Sebastian Gollnow/dpa (Bildmontage)

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