Klimakiller? Heizpilze spalten Politik und Gastronomie

Kiel - Besonders in der Corona-Krise gilt für den Besuch von Restaurants, Cafés und Co.: Draußen ist besser als drinnen! Angesicht aktueller Temperaturen von knapp 30 Grad auch kein Problem, doch bei sinkenden Temperaturen wird das schwieriger.

Ein Heizpilz steht in einem Außenbereich eines Restaurants. (Symbolfoto)
Ein Heizpilz steht in einem Außenbereich eines Restaurants. (Symbolfoto)  © Daniel Karmann/dpa

Heizpilze könnten helfen, es den Gästen im Freien gemütlich zu machen, doch die Geräte gelten vielen als Klimakiller. In einigen Orten in Schleswig-Holstein ist das Aufstellen daher sogar verboten. 

In Flensburg etwa ist es derzeit nicht erlaubt, wie ein Stadtsprecher sagte. Allerdings erkenne man die Nöte der Gastronomen an und überlege, mit welchen Maßnahmen man helfen könne.

In der Landeshauptstadt Kiel dagegen dürfen Heizpilze im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Zuletzt wurde ein Verbot im November 2019 im Rahmen der Diskussion zum Kieler Klimanotstand aufgeworfen, wie die Stadt mitteilte. 

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Der Antrag der Linke wurde aber abgelehnt und damit auch diese Maßnahme. Vom Umweltschutzamt wurde eine derart kleinteilige Maßnahme nicht im Rahmen des Climate Emergencys thematisiert. 

Die Reduzierung beziehungsweise das Verbot der Heizpilze wäre eher eine symbolische Maßnahme, die nur sehr geringe CO2-Einsparungen mit sich bringen würde, hieß es.

Keine Verbote in Lübeck, Büsum und Neumünster

Die Nutzung von Heizpilzen in der Außengastronomie ist umstritten. (Symbolfoto)
Die Nutzung von Heizpilzen in der Außengastronomie ist umstritten. (Symbolfoto)  © Gero Breloer dpa/lrs

Auch in Lübeck ist die Verwendung von Heizpilzen nicht generell verboten, wie die Stadt mitteilte. Man habe Verständnis für die schwierige Lage der Gastronomen.

Im Rahmen der Erteilung von Erlaubnissen für die Außengastronomie kann es im konkreten Fall aber Auflagen geben, wenn zum Beispiel Bäume durch den Betrieb geschädigt werden.

Doch auch wenn die Heizpilze in Lübeck nicht verboten sind, gerne gesehen werden sie nicht: "Insbesondere vor dem Hintergrund des Lübecker Klimanotstandes und der deutschen bzw. europäischen Klimaschutzziele ist es aus unserer Sicht nicht mehr angemessen, Außenbereiche zu beheizen und sich gleichzeitig mit großem Aufwand zu bemühen, beim Beheizen von Innenräumen Energie einzusparen".

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In Urlaubsdomizil Büsum an der Nordsee sind Heizpilze auf öffentlichem Grund und Boden nicht verboten, wie die Gemeinde mitteilte. Auch gibt es keine einschränkenden Bedingungen.

Auch in Neumünster ist das Aufstellen von Heizpilzen erlaubt.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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