Verbraucherzentrale warnt: Bei veganem "Fisch" solltet Ihr genau hinschauen!

Hamburg - Vegetarische und vegane Produkte werden immer gefragter. Auch zur Grillsaison greifen viele Kunden inzwischen zu Tofuwürstchen und Sojaburgern - doch wie gut sind eigentlich die pflanzlichen Fisch-Alternativen?

Ein Koch bereitet veganes Fischfilet zu: Optisch ist kaum ein Unterschied zu erkennen.
Ein Koch bereitet veganes Fischfilet zu: Optisch ist kaum ein Unterschied zu erkennen.  © Sina Schuldt/dpa

Für einen Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Hamburg einige Produkte etwas genauer unter die Lupe genommen.

Dabei gibt es zuerst etwas Positives zu verkünden: Denn die Umweltbilanz sieht bei den meisten Waren unterm Strich gut aus.

Statt aus Fisch bestehen die Produkte etwa aus Möhren, Tofu oder Weizeneiweiß und verschiedenen Ölen. Die Hauptzutaten stammen meist aus Europa, teils kommen sie sogar direkt aus Deutschland.

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"Das ist ein klarer Pluspunkt im Vergleich zu echtem Fisch, der auch mal im weit entfernten Pazifik gefangen wird. Kürzere Transportwege verringern den Kohlendioxidausstoß und bremsen den Klimawandel", erklärt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale.

Die Alternativprodukte könnten somit einen wichtigen Beitrag leisten, um das ökologische Gleichgewicht der Meere wiederherzustellen und die vielerorts geschrumpften Fischbestände zu schonen.

Doch Verbraucher müssen dafür hinsichtlich der Nährwerte Abstriche machen. Meist enthalten die veganen Alternativen weniger Protein: Die "Fisch vom Feld Veggie Stäbchen" liefere nur etwa halb so viel Eiweiß wie herkömmliche Fischstäbchen. Die Produkte "Räucher Lax" und "Tunefish" von Rice Up wiesen sogar rund 95 Prozent weniger Protein als Lachs und Thunfisch auf. Die "Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Art" und "Vantastic Fish Fingers" konnten dagegen mit einem Eiweißgehalt punkten, der fast an echte Fischprodukte heranreicht.

Kunden sollten daher den Eiweißgehalt genau im Blick haben. Und auch an den wertvollen Omega-3-Fettsäuren fehlt es den meisten Produkten.

Verbraucher müssen tief in die Tasche greifen

"Wer trotz pflanzlicher Alternative bei den Fettsäuren nicht schlecht dastehen will, sollte darauf achten, dass die richtigen Öle im Produkt sind", mahnt Fischer.

Doch es gibt noch einen weiteren Wermutstropfen. Denn die Produkte im Marktcheck waren durchschnittlich gut 50 Prozent teurer als die Varianten aus echtem Fisch.

Für "ProLaTerre Vegane Fischstäbchen", das teuerste Produkt der acht untersuchten Fischstäbchen-Alternativen, mussten Verbraucher sogar mehr als doppelt so viel hinlegen.

Besonders ärgerlich: In den teuersten Produkten wurden besonders kostengünstige Hauptzutaten wie Wasser, Weizenmehl oder -gluten verarbeitet. Für die Experten nicht nachvollziehbar.

Den Umweltschutz könne man nur voranbringen, wenn Lebensmittel aus Pflanzen nicht teurer seien, als tierische Produkte, so Fischer.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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