14-Jähriger von IC erfasst: Für Teenager kommt jede Hilfe zu spät

Ottersberg - Nahe dem Ottersberger Bahnhof (Landkreis Verden) wurde am Montagabend ein 14-jähriger Teenager von einem Zug erfasst und tödlich verletzt.

Für den 14-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. (Symbolbild)
Für den 14-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. (Symbolbild)  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Polizei jetzt mitteilte, verstarb er noch an der Unfallstelle.

Den Angaben nach hielt sich der Teenager gegen 18.42 Uhr mit einem 15 Jahre alten Jugendlichen am Gleisbett auf.

Nach ersten Informationen versuchte der jüngere der beiden die Gleise zu überqueren, als er tragischerweise vom herannahenden IC erfasst wurde.

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Offenbar hatte der Zugführer noch eine Schnellbremsung durchgeführt. Passagiere seien dabei nicht verletzt worden.

Der 15-Jährige blieb ebenfalls körperlich unverletzt, heißt es weiter.

Die Bahnstrecke Hamburg - Bremen sei weiträumig gesperrt und um 22.18 Uhr wieder freigegeben worden.

Die Ermittlungen des Polizeikommissariat Achim dauern an.

Bundespolizei und Deutsche Bahn warnen vor dem Betreten der Bahnanlagen

Züge werden erst in der Entfernung von circa 100 Metern bewusst wahrgenommen, warnt Polizeihauptkommissar Holger Jureczko.
Züge werden erst in der Entfernung von circa 100 Metern bewusst wahrgenommen, warnt Polizeihauptkommissar Holger Jureczko.  © Bernd Wüstneck/dpa

"Der IC 2215 aus Hamburg Richtung Bremen war bei Durchfahrt durch den Bahnhof Ottersberg mit 180 km/h unterwegs. Der Streckenabschnitt ist mit 200 km/h befahrbar", erklärt Polizeihauptkommissar Holger Jureczko, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Bremen.

"Züge nähern sich bei dieser Geschwindigkeit mit rund 50 Metern je Sekunde und werden erst in der Entfernung von zirka 100 Metern bewusst wahrgenommen."

Außerdem richte sich der Blick meist nach unten, um nicht über die Schienen zu stolpern.

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"So reduziert sich die Reaktionszeit zum Verlassen der Gleise auf zwei Sekunden. Gefahren im Bahnverkehr unterscheiden sich folglich von Gefahren des Straßenverkehrs, denn Züge sind innerorts erheblich schneller, nähern sich beinahe geräuschlos, können nicht rechtzeitig anhalten und nicht ausweichen. Wir können nicht oft genug davor warnen."

Bahnverkehrserziehung sollte so früh wie möglich vermittelt werden, meint Jureczko.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa

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