16-Jährige in Frankfurt von Zug erfasst und tödlich verletzt, weil Schrankenwärterin Fehler beging?

Von Isabell Scheuplein

Frankfurt am Main - Ein Fehler der Schrankenwärterin war nach einem Untersuchungsbericht die Ursache für einen tödlichen Unfall am Bahnübergang in Frankfurt-Nied im Mai 2020.

Bei einem Bahnübergang in Frankfurt-Nied kam es im Mai 2020 zu einem tödlichen Unfall.
Bei einem Bahnübergang in Frankfurt-Nied kam es im Mai 2020 zu einem tödlichen Unfall.  © 5vision.media

Das geht aus dem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn hervor.

"Primär Ereignis-ursächlich" sei ein Fehler der Wärterin gewesen, die unmittelbar vor einem herannahenden Zug die Schranken geöffnet habe, heißt es darin. Möglicherweise habe sie irrtümlich angenommen, der Zug sei bereits vorbeigefahren.

Im 2020 war eine 16 Jahre alte Fußgängerin bei offener Schranke von einem Zug erfasst und getötet worden, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

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Gegen die Schrankenwärterin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Bahnbetriebs.

Dem Bericht zufolge hätte die Frau nicht an der Schranke eingesetzt werden dürfen. Sie habe die nötigen Prüfungen zwar bestanden und sei vor Ort eingewiesen worden. Doch eine Bescheinigung über die erfolgte Ausbildung am Arbeitsplatz habe nicht vorgelegen, weshalb "zumindest formal" die Voraussetzungen zum Einsatz der Wärterin gefehlt hätten.

Kurz vor dem Unglück gab es zudem technische Probleme: Die Schranken ließen sich für etwa 30 Minuten nicht öffnen.

Dies habe "zusätzlich Stress-verstärkend und ablenkend" auf die Wärterin gewirkt, heißt es in dem Bericht, der auch einen fehlenden Sicherheitscheck an der Anlage bemängelt.

Titelfoto: 5vision.media

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