17-Jähriger stirbt, nachdem er an Deo geschnüffelt hat

Mackay - Die Sucht ihres Sohnes blieb ihr jahrelang verborgen. Nun muss die Mutter Dianne Kendrick (48) um ihren 17-jährigen Nicholas trauern, welcher durch Deodorant-Schnüffelei verstarb.

Dianne´s Sohn Nicholas lächelt glücklich in die Kamera. Zu jenem Zeitpunkt war er bereits abhängig.
Dianne´s Sohn Nicholas lächelt glücklich in die Kamera. Zu jenem Zeitpunkt war er bereits abhängig.  © Facebook/dianne.wheatley

Die geschiedene Mutter von sechs Kindern war sich der Tatsache bewusst, dass viele Teenager bereits in jungen Jahren Drogen und Alkohol ausprobierten.

Sie hielt ihre Söhne, wie sie gegenüber der britischen Webseite "The Sun" berichtete, nicht für harmlose Engelchen. Doch sie hätte niemals gedacht, dass ihr Nicholas sterben würde, weil er jahrelang an Deodorant roch.

Dianne hat vier Jungs, Jason, Mark, Daniel und den verstorbenen Nicholas sowie zwei Mädchen namens Katrina und Bianca. Die Familie lebte lange Zeit gemeinsam in Sydney. 

Eines Tages berichtete Katrina, dass sie zahlreiche leere Deo-Dosen unter dem Bett ihres Bruders Nicholas gefunden hatte. Der hatte sie bezahlt, damit sie sein Zimmer aufräumen würde. Dianne lachte herzlich und beruhigte ihre Tochter. Jungs bräuchten gerade im Teenager-Alter viel Deo. Sie dachte sich nichts dabei.

Doch dieser Vorfall sollte ihr noch viele Jahre später schlaflose Nächte bereiten. "Warum habe ich nichts gemerkt?" würde sich Dianne immer wieder fragen.

Denn bereits seit seinem 13. Lebensjahr schnüffelte Nicholas an Deo. Die darin enthaltenen Aerosole machen high. Doch neben dem Rauschzustand verursachen sie gefährliche Gehirn- und Organschäden. Diese können den Tod bringen, wie es letztlich bei Nicholas der Fall war.

Neben seinem Bett lagen die leeren Deos

Hanf-Pflanzen in einem Garten (Symbolbild). Normalerweise denkt man bei Rauschgift-Zuständen eher an dieses Gewächs anstelle des Deodorants.
Hanf-Pflanzen in einem Garten (Symbolbild). Normalerweise denkt man bei Rauschgift-Zuständen eher an dieses Gewächs anstelle des Deodorants.  © Oliver Berg/dpa

Als Nicholas 15 war, trennte sich die Mutter von ihrem Mann. Sie lernte einen neuen Partner kennen und zog nach Mackay. Nicholas bleib vorerst bei seinem leiblichen Vater. Doch zwei Jahre später, beschloss er, wieder zu seiner Mama zurückzukehren. Er fand in ihrer Nähe eine Ausbildung zum Elektriker, seinem absoluten Traum-Job.

Dianne war überglücklich, ihren Sohn wieder bei sich zu haben. Doch dieses Glück sollte nicht lange andauern.

Sie kann sich an den Tag seines Todes genau erinnern. Nicholas schwamm im Gartenpool und zog sich später zurück, um sich etwas hinzulegen. "Ich hole dich, wenn du nicht zum Abendbrot erscheinst", sagte Dianne. Doch ihr Sohn sollte nie wieder lebendig die Treppenstufen herunterkommen.

Als Dianne wenige Stunden später nach ihrem Sohn schaute, lag dieser in seinem Bett. Zuerst dachte sie, er schlafe. Sie versuchte ihn zu wecken, als sie bemerkte, dass sein gesamtes Gesicht blau angelaufen und er völlig unterkühlt war. Sie fing an zu schreien. Ihr Partner lief herbei, um Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Doch es war vergebens. Nicholas war verstorben. Direkt neben ihm lagen zwei leere Deodorants, seine Todesursache, wie sich später herausstellte.

Die folgenden Wochen nahm Dianne starke Medikamente, um den Kummer und Schmerz zu ertragen. Sie macht sich auch heute noch schwere Vorwürfe. Nun möchte sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um andere Familien zu warnen.

"Niemand denkt daran, dass seine Kinder abhängig sind, nur weil sie sich Deo kaufen." Dianne möchte den Menschen die Augen öffnen. Sie selbst lebe nun in ständiger Angst, dass ihren anderen fünf Kindern etwas zustoßen würde. Traurig sagt sie: "Ich werde nie wieder die Mutter sein, die ich einst war".

Viele von Nicholas Freunden zeigten sich im Nachhinein schockiert. Sie hatten gemeinsam an Deo geschnüffelt, doch fast alle hatten damit aufgehört. Sie hätten niemals vermutet, dass man daran sterben könnte.

Titelfoto: Facebook/dianne.wheatley

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