Ein Jahr nach dem Unglück: Nora (†15) überlebte sechs Tage allein im Dschungel

Seremban (Malaysia) - Der Urlaub einer britischen Familie wurde zum Albtraum, als die 15-jährige Nora Quoirin spurlos verschwand und eine Woche später tot aufgefunden wurde (TAG24 berichtete). Ein Jahr nach dem furchtbaren Unglück gibt es nun weitere Erkenntnisse.

Nora verschwand unter ungeklärten Umständen aus einem Urlaubsresort in Malaysia.
Nora verschwand unter ungeklärten Umständen aus einem Urlaubsresort in Malaysia.  © Facebook/Tosh Zhang, Twitter/Aisling Agnew

Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern verbrachte das 15-jährige Mädchen aus London den gemeinsamen Familienurlaub in einem malaysischen Regenwald-Resort.

Doch eines Tages verschwand Nora plötzlich, schnell wurden Parallelen zum Vermisstenfall Maddie McCann gezogen.

Hunderte Einsatzkräfte durchstreiften den Dschungel, Noras Eltern setzten einen hohen Finderlohn aus.

Eine Woche später geschah das Unvorstellbare: Der nackte leblose Körper der 15-Jährigen wurde in einem Bach am Fuße eines felsigen Abhangs gefunden. Der Ort lag ungefähr anderthalb Meilen vom Urlaubsresort entfernt.

Die Teenagerin konnte sechs Tage allein im Regenwald überleben, bevor sie qualvoll verhungerte, berichtet der Mirror. Bis heute ist nicht klar, ob Nora entführt wurde oder ob sie freiwillig das Resort verließ und sich womöglich im Dschungel verirrte.

Weiterhin fanden Gerichtsmediziner inzwischen heraus, dass Nora nicht Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde. Bei der Obduktion ihrer Leiche wurden lediglich innere Blutungen im Darm gefunden - ein klarer Hinweis darauf, dass die Schülerin aufgrund von anhaltendem Hunger und Stress starb.

Verschwundene Nora Quoirin (†15): Lief das Mädchen von allein weg?

Nora kam mit einer vorgeburtlich entstandenen Fehlbildung im Bereich des Vorderhirns (Holoprosencephalie) zur Welt. Dadurch hatte sie unter anderem mit Lern- und Orientierungsproblemen zu kämpfen.

Ihre Eltern Meabh und Sebastian gehen trotzdem davon aus, dass Nora entführt wurde. Im Januar 2020 strengten sie eine Klage gegen das südlich von Kuala Lumpur gelegene Resort an, es sei dort "nicht sicher". Dass am Körper ihrer Tochter keine fremde DNA gefunden wurde, sehen sie nicht als Beweis an, da diese durch die tropische Hitze und das laufende Wasser des Flusses leicht hätte zerfallen beziehungsweise weggespült werden können.

Die malaysischen Kriminalisten gehen dennoch davon aus, dass die junge Britin weggelaufen ist und nicht mehr von selbst ins Resort zurückfand. Die Ermittlungen wurden mittlerweile eingestellt. Die endgültige Wahrheit wird Noras Familie damit wohl nie erfahren.

Titelfoto: Facebook/Tosh Zhang, Twitter/Aisling Agnew

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