Hochhausbrand mit elf Toten: War es Brandstiftung aus Rache?

Bohumin - Nach einem Hochhausbrand mit elf Toten und 13 Verletzten in der tschechischen Grenzstadt Bohumin (TAG24 berichtete) deutet alles auf Brandstiftung hin. 

Ruß ist an der Fassade eines Hochhauses nach einem Brand zu sehen. Die Ermittler hätten in dem Gebäude Spuren eines Brandbeschleunigers entdeckt, bestätigte eine Polizeisprecherin.
Ruß ist an der Fassade eines Hochhauses nach einem Brand zu sehen. Die Ermittler hätten in dem Gebäude Spuren eines Brandbeschleunigers entdeckt, bestätigte eine Polizeisprecherin.  © Vladimír Pryèek/CTK/dpa

Die Ermittler hätten in dem Gebäude Spuren eines Brandbeschleunigers entdeckt, bestätigte eine Polizeisprecherin am Sonntag. 

Ein Verdächtiger sei kurz nach dem Feuer festgenommen worden. Hintergrund könnte ein Familienstreit gewesen sein.

Der Brand war im elften Stock des 13-stöckigen Plattenbaus ausgebrochen. Unter den Todesopfern waren auch drei Kinder. Zehn Bewohner und drei Einsatzkräfte wurden verletzt, zwei davon schwer. 

Bohumin (Oderberg) liegt an der Grenze zu Polen und knapp 300 Kilometer östlich von Prag. Es war die schlimmste Brandkatastrophe im heutigen Tschechien seit 1990.

"Es soll dort eine Feier gegeben haben, zu der auch ein Gast kam, der nicht eingeladen war", sagte Vizebürgermeister Igor Bruzl der Agentur CTK. 

Laut der Zeitung "MF Dnes" dürfte es sich um den Ex-Mann der Mieterin gehandelt haben. 

Alle Todesopfer hätten sich in der gleichen Wohnung aufgehalten, berichtete Innenminister Jan Hamacek, der zunächst von einem Nachbarschaftsstreit ausgegangen war.

Erinnerungen an ähnlichen Fall geweckt

Ivo Vondrak, Gouverneur des Mährisch-Schlesischen Bezirks, Alena Schillerova, Finanzministerin, und Vladimír Vlèek, Chef der ungarisch-deutschen Feuerwehr Vladimír Vlèek, inspizierten den Brandschaden an dem Hochhaus.
Ivo Vondrak, Gouverneur des Mährisch-Schlesischen Bezirks, Alena Schillerova, Finanzministerin, und Vladimír Vlèek, Chef der ungarisch-deutschen Feuerwehr Vladimír Vlèek, inspizierten den Brandschaden an dem Hochhaus.  © Vladimír Pryèek/CTK/dpa

Nach Angaben der Feuerwehr breiteten sich die Flammen ungewöhnlich schnell aus. Zwei Spezial-Drehleitern und ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz. 

Augenzeugen berichteten tschechischen Medien, dass verzweifelte Menschen bei der Flucht vor Rauch und Flammen aus dem Fenster gesprungen seien. "Schrecklich, ich habe die Schreie bis zum Kinderspielplatz gehört", berichtete eine Anwohnerin. 

Feuerwehrchef Vladimir Vlcek sagte, es sei tragisch, dass nur Sekunden bis zum Aufblasen des Sprungpolsters gefehlt hätten. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um Zeugen des Brandes.

Bohumin hat knapp 21.000 Einwohner. Die Industriestadt ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Am Samstag wurden Erinnerungen an eine absichtlich herbeigeführte Explosion in einem Plattenbau im nicht weit entfernten Frenstat pod Radhostem im Februar 2013 wach.

Neben dem 57 Jahre alten Verursacher starben damals fünf andere Menschen.

Titelfoto: Vladimír Pryèek/CTK/dpa

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