In den Alpen verlaufen: Brüder aus NRW mit Kleinkind geraten in Bergnot

Ebensee (Österreich) - Was für ein unschönes Abenteuer: Dank zahlreicher Bergretter, haben zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen ihren irren Ausflug mit Kind im Gepäck unversehrt überstanden.

Der Polizeihubschrauber lokalisierte die Männer zügig, konnte aufgrund des Wetters jedoch nicht zur Rettung eingesetzt werden (Symbolbild).
Der Polizeihubschrauber lokalisierte die Männer zügig, konnte aufgrund des Wetters jedoch nicht zur Rettung eingesetzt werden (Symbolbild).  © 123rf/fritzifoto

Am Morgen des 4. Augusts hatte sich ein 32-jähriger Deutscher gemeinsam mit seinem Bruder (23) und seinem Sohn (3) nach einer Übernachtung auf einer Hütte in den österreichischen Alpen auf den Weg zurück zur Bergstation gemacht.

Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, sollte diese Wanderung jedoch bedeutend ereignisreicher werden als ursprünglich geplant.

Kaum hatten sie sich die drei wenige Meter von der Hütte entfernt, wählten die Männer eine falsche Abzweigung und kamen von den ausgeschilderten Wanderwegen ab.

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Daraufhin stiegen sie für etwa zwei Stunden irrtümlicherweise in Richtung Totengraben ab.

Das Wetter wurde immer schlechter, die Wolken dichter, und so gaben sich die Brüder gegen 12.25 Uhr geschlagen und wählten den Notruf. Zuvor waren sie mit dem Kind in der Rückentrage mehrere Meter senkrecht abwärts geklettert – über nasse Felsen und bei Nieselregen.

Zwar konnten die drei daraufhin zügig von einem Polizeihubschrauber ausfindig gemacht werden, jedoch war eine Rettung durch diesen nicht möglich. Das Wetter war einfach zu schlecht.

Nach einem sechsstündigem Abstieg hatten die Brüder endlich wieder festen Boden unter den Füßen

Der kleine Junge saß währenddessen in einer Rückentrage (Symbolbild).
Der kleine Junge saß währenddessen in einer Rückentrage (Symbolbild).  © 123rf/zhukovvvlad

Somit kamen drei Bergretter und ein Alpinpolizist zum Einsatz.

Etwa drei Stunden nach Absetzen des Notrufes, gegen 15 Uhr, konnten diese die Wanderer endlich lokalisieren.

Daraufhin folgte ein sechsstündiger, mühsamer Abstieg, bei dem der Polizist das Kind im Arm trug und die Brüder von Bergrettungsmännern gesichert wurden.

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Gegen 21 Uhr, etliche Stunden nach Beginn der Wanderung, kamen die Abenteurer und das Kleinkind endlich unverletzt im Tal an.

Insgesamt waren 21 Bergretter, fünf Alpinpolizisten und die Hubschrauberbesatzung im Einsatz.

Titelfoto: 123rf/fritzifoto

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