Madagaskar: Hunderttausende vom Hungertod bedroht, Menschen müssen Lehm und Insekten essen

Madagaskar - Nach mehreren Dürrejahren droht hunderttausenden Menschen in Madagaskar der Hungertod. Die Lage sei dramatisch, warnt das Welternährungsprogramm.

Ohne Hilfe könnte die Zahl der vom Hungertod bedrohten Menschen in wenigen Monaten 500.000 erreichen, warnt das Welternährungsprogramm WFP.
Ohne Hilfe könnte die Zahl der vom Hungertod bedrohten Menschen in wenigen Monaten 500.000 erreichen, warnt das Welternährungsprogramm WFP.  © Fenoarisoa Ralaiharinony/Welternährungsprogramm WFP/dpa

Auch wenn die humanitäre Hilfe inzwischen angelaufen ist, weiß auf der ostafrikanischen Insel niemand so recht, wie es langfristig weitergehen soll.

Nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) sind etwa 400.000 Menschen vom Hungertod bedroht, davon 14.000 unmittelbar. Durch die schlimmste Dürre seit 40 Jahren habe es bereits die ersten Todesfälle gegeben.

"So groß war die Not hier noch nie", sagte der in Madagaskar stationierte Landesleiter der Welthungerhilfe, Kenneth Bowen, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Mehrere hungernde Madagassen seien dazu übergegangen, Insekten, Lehm und lose Blätter zu essen.

"Familien leiden, und es gibt bereits Menschen, die an akutem Hunger sterben - nicht wegen eines Kriegs oder Konflikts, sondern wegen des Klimawandels", urteilt WFP-Exekutivdirektor David Beasley.

Auf der Insel selbst kommen zudem landwirtschaftliche Monokulturen und eine massive Rodung der Wälder hinzu. Damit fehlt das Wasser auf Madagaskar gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen wegen des ausbleibenden Niederschlags, zum anderen wegen des abgeholzten Waldes, der als natürlicher Wasserspeicher eine wichtige Rolle innehatte.

Hungersnot in Madagaskar breitet sich weiter aus, Vereinte Nationen wollen helfen

In Folge der Dürrejahre und mehrerer Sandstürme ist Madagaskar nun auf Hilfe von außen angewiesen: Nötig seien laut WFP Spenden in Höhe von 78 Millionen US-Dollar.

Zudem wollen die Vereinten Nationen und die Regierung von Madagaskar die internationale Gemeinschaft in den kommenden Tagen offiziell um rund 155 Millionen Dollar Hilfe bitten, um eine noch größere Hungersnot zu verhindern.

Titelfoto: Fenoarisoa Ralaiharinony/Welternährungsprogramm WFP/dpa

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