Mann lässt tote Eltern zurück und schwimmt vier Stunden durch ein Haigebiet

Coral Bay - Wie aus dem Nichts erwischten zwei große Wellen ein kleines Boot vor der Küste Australiens. Ryan Oostryck musste daraufhin seine Eltern zurücklassen, um sein Leben zu retten.

Ein Schwarzspitzen-Riffhai schwimmt durch das Gewässer (Symbolbild). Coral Bay ist für seine Hai-Population bekannt.
Ein Schwarzspitzen-Riffhai schwimmt durch das Gewässer (Symbolbild). Coral Bay ist für seine Hai-Population bekannt.  © 123rf/Aleksandr Grechaniuk

Am Dienstag befand sich die Familie Oostryck mit ihrem jüngsten Sohn Ryan sowie dessen Freundin Galina zum Fischen vor der Küste Australiens auf ihrem Boot. Wie die Webseite "watoday" berichtet, ereignete sich das tragische Unglück am frühen Nachmittag gegen 2 Uhr.

Durch zwei heftige Wellen kenterte das sechs Meter lange Boot. Die Eltern von Ryan, Bob und Jan, wurden ohnmächtig und gelangten unter Wasser. Laut einem Statement der Familie sollen Ryan und seine Freundin Galina rund 30 Minuten lang versucht haben, dass pensionierte Paar zu reanimieren. Ihr Bemühen blieb erfolglos.

Schließlich musste die beiden jungen Australier die wohl schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Würden sie Bob und Jan zurücklassen? Sie befestigten die Körper der beiden Toten am Boot und machten sich auf eine drei Kilometer lange Schwimmstrecke zur Küste auf.

Als wäre das Wissen, dass seine Eltern bei dem Vorfall ums Leben gekommen waren, nicht schlimm genug, befanden sich Ryan und Galina in einem Gebiet, wo es Haie gab. Dies sind zwar oft ungefährliche Riffhaie, doch im Dunkeln von diesen Meerestieren umgeben zu sein, dürfte nicht besonders ermutigend gewesen sein.

Vier Stunden lang schwammen die beiden um ihr Leben. Erst nach Sonnenuntergang erreichten sie das sichere Ufer. Obwohl das Paar in den 30ern extrem erschöpft war, erwartete sie noch ein knapp 2,5 Stunden und sechs Kilometer langer Lauf, bis sie auf eine Camping-Truppe trafen, die ihnen weiterhalf. 

Am Mittwoch machten sich zahlreiche Rettungstrupps auf die Suche nach dem gekenterten Boot. Diese verlief erfolgreich. Die Körper der beiden Verstorbenen wurden geborgen.

Die Familie befindet sich unter großem Schock. An Bord des Bootes waren alle lebensnotwendigen Ausrüstungen gewesen, doch durch das plötzliche Kentern konnten diese nicht mehr erreicht werden.

Die Familie ist froh, dass es Ryan und Galina sicher zurückgekommen sind. Doch der Verlust der beiden lebensfrohen Menschen Bob und Jan lässt die Angehörigen in tiefer Trauer zurück.

Titelfoto: 123rf/Aleksandr Grechaniuk

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