Niederlande verklagen Russland wegen Abschuss von Flug MH17

Den Haag (Niederlande) - Die Niederlande werden Russland vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wegen seiner Rolle beim Abschuss des Passagierfluges MH17 verklagen

13.10.2015, Niederlande, Gilze En Rijen: Ein Teil des wiederzusammengesetzten Rumpfes des Malaysia Airlines Fluges MH17. (Archivbild)
13.10.2015, Niederlande, Gilze En Rijen: Ein Teil des wiederzusammengesetzten Rumpfes des Malaysia Airlines Fluges MH17. (Archivbild)  © dpa/epa/Robin Van Lonkhuijsen

Das teilte die Regierung am Freitag in Den Haag mit. "Gerechtigkeit für die 298 Opfer beim Abschuss von Flug MH17 und ihre Angehörigen ist und bleibt die höchste Priorität des Kabinetts", erklärte Außenminister Stef Blok in Den Haag. 

Mit der sogenannten Staaten-Klage will die Regierung die Angehörigen unterstützen. 

Die hatten bereits zuvor ebenfalls Klage bei dem Gericht gegen Russland eingereicht (TAG24 berichtete).

Das Passagierflugzeug der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über umkämpftem Gebiet der Ostukraine von einer russischen Luftabwehrrakete vom Typ Buk abgeschossen worden. 

Alle 298 Menschen an Bord starben, die meisten waren Niederländer (TAG24 berichtete).

Nach Ergebnissen der internationalen Ermittler kam die Rakete aus Russland und war von prorussischen Rebellen abgefeuert worden. 

Vor einem Strafgericht in den Niederlanden läuft ein Strafprozess gegen vier Hauptverdächtige, drei Russen und ein Ukrainer. Moskau weist jegliche Mitverantwortung strikt zurück.

Russland irritiert

Russland zeigte sich irritiert. Das Gerichtsverfahren sei noch nicht einmal abgeschlossen worden, sagte der prominente Außenpolitiker Konstantin Kossatschow der Agentur Interfax. 

"Es gibt nicht einmal ein Urteil. Und was hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof damit zu tun." Deshalb sei die Ankündigung eine "seltsame Initiative".

Titelfoto: dpa/epa/Robin Van Lonkhuijsen

Mehr zum Thema Unglück:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0