Umwelt-Katastrophe in der Arktis: Schon wieder Unmengen an Kraftstoff ausgelaufen

Norilsk (Russland) - In der russischen Industrieregion Norilsk in der Nähe des Nordpolarmeeres sind nach einer ersten Katastrophe (TAG24 berichtete) erneut große Mengen Kraftstoff in die Umwelt gelangt.

Norilsk: Einsatzkräfte versuchen mit Baggern die Ausbreitung eines Ölteppichs zu verhindern. Am 29. Mai 2020 stürzte das Treibstofflager des Heizkraftwerks ein, 21.000 Tonnen Dieselöl flossen aus. Rund 15.000 Tonnen sollen in die Gewässer geraten sein.
Norilsk: Einsatzkräfte versuchen mit Baggern die Ausbreitung eines Ölteppichs zu verhindern. Am 29. Mai 2020 stürzte das Treibstofflager des Heizkraftwerks ein, 21.000 Tonnen Dieselöl flossen aus. Rund 15.000 Tonnen sollen in die Gewässer geraten sein.  © Kirill Kukhmar/TASS/dpa

44,5 Tonnen seien am Sonntag aus einer Pipeline ausgetreten, teilte das Unternehmen Norilsktransgas mit.

Es gehört zu dem Nickel-Hersteller Nornickel, der bereits für einen anderen Umweltskandal verantwortlich ist: Ende Mai waren 21.000 Tonnen Öl aus einem Heizkraftwerk ausgelaufen.

Die Gewässer in der Nähe des Nordpolarmeeres kämpfen seitdem mit den Folgen der Ölkatastrophe.

Nach dem Vorfall am Sonntag, mehr als 100 Kilometer von Norilsk entfernt, wurde die Pipeline dem Unternehmen zufolge abgeschaltet.

Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um den ausgelaufenen Kraftstoff schnell zu binden. Für Menschen bestehe keine Gefahr, hieß es. Man habe eine interne Untersuchung eingeleitet.

Zuletzt häuften sich in der russischen Tundra die Umweltskandale. Nornickel hatte eingeräumt, hochgiftige Flüssigabfälle mit Schwermetallen und Säure in einen Fluss abgeleitet zu haben.

Zudem brannte in der Nähe von Norilsk eine Müllkippe mit Industrieabfällen.

Nach dem Unglück in dem Heizkraftwerk soll dem Nickel-Hersteller zufolge nun eine Pipeline verlegt werden, um die gebundenen Kraftstoffe abzutransportieren. Umweltschützer sprachen von der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der russischen Arktis.

Titelfoto: Kirill Kukhmar/TASS/dpa

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