Zug kracht in 140-Tonnen-Brückenteil: Darum kam es zum tödlichen Unglück!

Auggen - Nach mehr als einem Jahr ist die Ursache für das tödliche Zugunglück von Auggen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) geklärt.

Einsatzkräfte am 3. April 2020 an der Unglücksstelle.
Einsatzkräfte am 3. April 2020 an der Unglücksstelle.  © Patrick Seeger/dpa

Der Absturz eines 140 Tonnen schweren Brückenteils auf die Schienen, mit dem danach ein Güterzug kollidierte, sei durch das Versagen einer sogenannten Kippsicherung ausgelöst worden, heißt es in einem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Anfang April 2020 hatte sich eine Betonplatte von einer Brücke gelöst und war auf Gleise der Rheintalstrecke zwischen Freiburg und Basel gestürzt.

Ein Schweizer Güterzug, der Lastwagen und deren Fahrer transportierte, stieß mit der Betonplatte zusammen und entgleiste daraufhin zum Teil.

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Der 51 Jahre alte Lokführer kam ums Leben. Drei der zehn mitfahrenden Lkw-Fahrer wurden verletzt.

In dem bereits am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Bundesstelle heißt es nun unter anderem, die maßgeblichen Dübel, die das abgestürzte Brückenteil hätten sichern sollen, seien einer viel größeren Beanspruchung ausgesetzt gewesen als zulässig.

Dübel nicht nach Vorgaben eingebaut

Das liege an Fehlern in der Planung, aber auch in der Ausführung: Die Dübel seien nicht gemäß den Vorgaben eingebaut worden. So sei zu tief gebohrt und Bohrmehl nicht vollständig entfernt worden. Außerdem seien Dübel unzulässig gekürzt worden.

Die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel wird von zwei auf vier Gleise ausgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten sollte die Brücke, von der sich das Betonteil löste, abgerissen werden.

Nach dem Unfall musste die Bahn auf rund 250 Metern die beschädigten Gleise erneuern sowie 1500 Tonnen Schotter und 680 Schwellen austauschen. Auf 500 Metern wurden Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik repariert.

Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

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