Zwei Kinder starben: Das tödliche Schulbusunglück von Berka jährt sich

Berka - Ein Unfall am 23. Januar 2020 hatte bundesweit erschüttert. Auf dem Weg zur Grundschule verunglückte ein Bus im Wartburgkreis, zwei Kinder starben. Samstag jährt sich das Unglück.

Eine Polizistin hält einen Schulrucksack. Bei Eisenach in Thüringen verunglückte am 23. Januar 2020 auf eisglatter Straße ein Schulbus. (Archivbild)
Eine Polizistin hält einen Schulrucksack. Bei Eisenach in Thüringen verunglückte am 23. Januar 2020 auf eisglatter Straße ein Schulbus. (Archivbild)  © Swen Pförtner/dpa

Ein Bus war auf dem Weg zu einer Grundschule in Berka vor dem Hainich (Wartburgkreis) auf glattem Untergrund weggerutscht, hatte sich mehrfach überschlagen und war in einen Graben gestürzt. Zwei Kinder starben, viele wurden verletzt. Der Busfahrer erlitt einen Schock. Der Unfall bewegte die Menschen in ganz Deutschland.

"Wenn sich der Tag nähert, ist das schon ein mulmiges Gefühl", sagte die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal Karola Hunstock mit Blick auf den bevorstehenden Samstag.

"Es ist noch immer eine besondere Situation für die Kinder, Eltern und Lehrer. "Es gibt heute noch Kinder, die Angst haben, in den Bus zu steigen", erklärte sie weiter. Einige Kinder würden weiterhin psychologisch betreut. Dennoch müsse es auch für die Schule Normalität geben.

Auch aus dem Landratsamt des Wartburgkreises ist zu hören, dass in der Schule in den zurückliegenden Monaten soweit wie möglich wieder Normalität eingekehrt sei. "Die Pädagogen und Erzieher leisten hier eine vorbildliche Arbeit", heißt es.

"Furchtbare Verkettung von Umständen"

Der verunglückte Schulbus rutschte von der glatten Straße und landete im Graben. (Archivbild)
Der verunglückte Schulbus rutschte von der glatten Straße und landete im Graben. (Archivbild)  © Swen Pförtner/dpa

"Wenn Kinder auf solch tragische Weise zu Tode kommen, ist das eine Nachricht, die man nicht wieder vergisst", teilte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (67, Linke) mit. Das Geschehen sei nach einem Jahr seelisch noch nicht verarbeitet, die Trauer halte an. "Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und allen weiteren Betroffenen."

Das Unglück habe sowohl die Schulgemeinschaft als auch die Gemeinde menschlich hart getroffen und wirke immer noch nach, heißt es weiter aus seinem Ministerium.

"Es war eine furchtbare, tragische Verkettung von Umständen", so Hunstock. Zu dem Ergebnis, wenn auch mit weniger emotionalen Worten, kam auch die Staatsanwaltschaft etwa ein halbes Jahr nach dem Unfall: Kein strafrechtliches Verschulden war feststellbar.

Bus war nicht mehr brems- und lenkbar

"Die Fahrbahnoberfläche an der Unfallstelle war zum Unfallzeitpunkt mit einer Eisschicht von mehreren Millimetern überzogen. Aufgrund der Glätte war die Steigung durch den Bus nicht zu überwinden. Das Fahrzeug war letztlich nicht mehr brems- oder lenkbar", hatte die Staatsanwaltschaft damals mitgeteilt.

Den Busfahrer treffe keine Schuld. Wie es dem Mann heute gehe, ist nicht bekannt. Er habe sich abgeschirmt.

Für die zwei gestorbenen Achtjährigen - ein Mädchen und ein Junge - seien Sondergrabstellen auf dem Friedhof eingerichtet worden. Die Gräber liegen direkt nebeneinander, sagt Hunstock.

Darüber hinaus konnten die Eltern der gestorbenen Kinder über ein vom Landratsamt eingerichtetes Spendenkonto finanziell entlastet werden.

Als Konsequenz aus dem Unfall, wurde die Bushaltestelle auf etwa 30 Meter vor die Schule verlegt. Mit der Verlegung sei es nicht mehr nötig, dass der Bus die Unglücksstrecke nehme. Vor dem Unglück fuhr der Bus die Route, damit die Kinder beim Aussteigen keine Straße mehr überqueren mussten, um ins Schulgebäude zu gelangen.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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