Grünen-Politiker zur Vogelgrippe: "So kann es nicht weiter gehen"

Potsdam - Die Vogelgrippe bringt Geflügelhalter um ihre Erträge und bittet infolgedessen auch die Steuerzahler zur Kasse. Damit in Zukunft weniger Kosten anfallen, plädieren die Grünen in Brandenburg für bessere Vorkehrungen!

Durch die Vogelgrippe werden etliche Millionen Entschädigung gezahlt. Dafür kommen zum Teil auch Steuerzahler auf. (Symbolbild)
Durch die Vogelgrippe werden etliche Millionen Entschädigung gezahlt. Dafür kommen zum Teil auch Steuerzahler auf. (Symbolbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Der Brandenburger Grünen-Politiker Benjamin Raschke hat angesichts der finanziellen Folgen durch Entschädigungen für das Land durch die Geflügelpest mehr Vorkehrungen durch die Geflügelhalter gefordert.

Insbesondere an die Betreiber großer Putenbetriebe werde appelliert, alle erforderlichen Hygienemaßnahmen zu ergreifen, betonte der Fraktionsvorsitzende Raschke am Samstag in einer Mitteilung. Die Haltungsbedingungen in den Großställen müssten verbessert werden.

Anders als bei den meisten anderen Tierarten fehlt es bei der Haltung von Puten an bundesrechtlichen Regelungen.

Weil Infektionszahlen zurückgehen: Bayern hebt Stallpflicht für Geflügel auf
Vogelgrippe Weil Infektionszahlen zurückgehen: Bayern hebt Stallpflicht für Geflügel auf

Im Juni 2021 hat Brandenburg einen Antrag zur Einführung von Mindeststandards in der Putenhaltung in die Agrarministerkonferenz eingebracht.

Nach Angaben der Landesregierung auf seine Anfrage fielen in dieser Saison 161.600 Tiere der Vogelgrippe zum Opfer: meist Puten in großen, industriellen Betrieben.

Die Halter erhielten 3,7 Millionen Euro Entschädigung. Die Hälfte der Summe stammte aus der Tierseuchenkasse, der Rest kam von den Steuerzahlern. "So kann es nicht weitergehen", betonte Raschke.

Offensichtlich seien keine ausreichenden Lehren aus der letzten Vogelgrippe 2016/17 durch die Industrie gezogen worden.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Vogelgrippe: