Nach Ausbruch von Vogelgrippe in Putenmast: "Alarmstufe ist auf dunkelrot"

Potsdam - Angst vor großflächiger Ausbreitung wächst: Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einer gewerblichen Putenmast in Brandenburg sind die Geflügelhalter äußerst besorgt.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einer gewerblichen Putenmast in Brandenburg zeigen sich die Geflügelhalter äußerst besorgt. (Symbolfoto)
Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einer gewerblichen Putenmast in Brandenburg zeigen sich die Geflügelhalter äußerst besorgt. (Symbolfoto)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

"Die Alarmstufe ist auf dunkelrot", sagte die Geschäftsführerin des Geflügelwirtschaftsverbandes Brandenburg, Katharina Standke, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Die Halter seien seit den ersten aufgetretenen Fällen aufgefordert, ihre Biosicherheitsmaßnahmen so hoch wie möglich zu halten. Dazu zähle etwa, die Kleidung sowie Schuhwerk zu wechseln und zu desinfizieren und im Freien stehendes Wasser und Futter wegzuräumen.

Für die Maßnahmen gebe es Checklisten vom Verband, sagte Standke. So könne jeder Geflügelhalter selber überprüfen, ob er an alles gedacht habe und was er darüber hinaus noch zur Absicherung tun könne. Der Verband hatte bereits nach den ersten aufgetretenen Geflügelpest-Fällen zur Wachsamkeit gemahnt.

Die Geflügelpest mit dem gefährlichen Erreger H5N8 war in einem gewerblichen Nutzgeflügelbestand in Brandenburg ausgebrochen.

Etwa 16.000 Puten mussten auf Anordnung des zuständigen Veterinäramtes im Landkreis Prignitz getötet werden, wie das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitgeteilt hatte.

Standke: Eintragswege des gefährlichen Erregers sind zum Teil nicht kontrollierbar

Es war der zweite Fall in einem Nutzgeflügelbestand innerhalb weniger Wochen. Der Erreger war Ende Dezember in einer Kleinsthaltung im Landkreis Spree-Neiße bestätigt worden. Zudem wurde das Virus bislang bei einigen Wildvögeln in Brandenburg nachgewiesen.

Die Halter wüssten, wie schwierig es sei, sich gegen die Geflügelpest zu schützen, weil die Eintragswege des gefährlichen Erregers zum Teil nicht kontrollierbar seien, berichtete Standke. Auch könnten Ställe häufig nicht vollständig abgeschirmt werden. Das sei beispielsweise in Putenställen so. Dort werde ein eigenes Lüftungskonzept verfolgt, damit der Luftaustausch besser sei, erklärte sie.

Die Seitenwände seien halbhoch geschlossen, darüber seien Windschutznetze angebracht, über die Seuche in die Ställe gelangen könne. Eine Hähnchenmast sei geschlossen und damit deutlich besser abgeschirmt.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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