Nato beginnt Übung für Schreckensszenario eines Atomkriegs

Brüssel - Die Nato beginnt am heutigen Montag ihr jährliches Manöver zur Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets mit Atomwaffen.
Ein Kampfflugzeug der US-amerikanischen Luftwaffe führte Mitte Oktober in der Nähe vom polnischen Lask eine Nato-Luftwaffenübung mit zwei F-16-Kampfjets der polnischen Luftwaffe durch.
Ein Kampfflugzeug der US-amerikanischen Luftwaffe führte Mitte Oktober in der Nähe vom polnischen Lask eine Nato-Luftwaffenübung mit zwei F-16-Kampfjets der polnischen Luftwaffe durch.  © Ssgt Danielle Sukhlall/U.S Air/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

An der Übung "Steadfast Noon" werden nach Bündnisangaben in den kommenden zwei Wochen bis zu 60 Flugzeuge beteiligt sein - darunter moderne Kampfjets, aber auch Überwachungs- und Tankflugzeuge sowie Langstreckenbomber vom Typ B-52.

Schauplatz soll insbesondere der Luftraum über Belgien, Großbritannien und der Nordsee sein. Auch die Bundeswehr ist beteiligt.

Die Nato betont, dass "Steadfast Noon" keine Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sei und dass keine scharfen Waffen zum Einsatz kämen. "Bei der Übung, die bis zum 30. Oktober läuft, handelt es sich um eine routinemäßige, wiederkehrende Ausbildungsmaßnahme, die in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Weltgeschehen steht", teilte das Bündnis am vergangenen Freitag mit.

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Nato-Sprecherin Oana Lungescu (64) sagte: "Diese Übung trägt dazu bei, dass die nukleare Abschreckung des Bündnisses sicher und effizient bleibt."

Zum Übungsszenario und zu Details macht die Nato keine Angaben. Nach Angaben von Militärexperten wird bei den regelmäßig im Oktober stattfindenden Manövern unter anderem geübt, wie man die US-Atomwaffen sicher aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert und unter die Kampfjets montiert.

Bei den Übungsflügen wird dann allerdings ohne die Bomben geflogen.

US-Atomwaffen lagern auch in Deutschland

Der russische Präsident Wladimir Putin (70) bringt seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine auch immer wieder den Einsatz von Atomwaffen ins Spiel.
Der russische Präsident Wladimir Putin (70) bringt seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine auch immer wieder den Einsatz von Atomwaffen ins Spiel.  © Alexei Danichev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

US-Atomwaffen sollen unbestätigten Angaben zufolge in Norditalien, in Belgien, der Türkei sowie in den Niederlanden und im rheinland-pfälzischen Büchel lagern.

Die sogenannte nukleare Teilhabe der Nato sieht vor, dass sie im Ernstfall auch von Flugzeugen von Partnerstaaten abgeworfen werden und dann zum Beispiel gegnerische Streitkräfte ausschalten. Deutschland hält dafür Kampfjets vom Typ PA-200 Tornado bereit.

Anders als bei früheren "Steadfast Noon"-Übungen ist in diesem Jahr, dass die Nato proaktiv über den Beginn informiert. In Bündniskreisen wird dies damit begründet, dass diesmal stärker als sonst gezeigt werden soll, dass die Nato selbst auf ein Schreckensszenario wie einen Atomkrieg gut vorbereitet ist.

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Neue Sorgen vor einem russischen Atomwaffeneinsatz schürte zuletzt die völkerrechtswidrige Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten.

Unter anderem Kremlchef Wladimir Putin (70) kündigte danach an, man werde sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

Titelfoto: Ssgt Danielle Sukhlall/U.S Air/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

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