Waffenexporte in Nicht-Nato-Staaten: Heckler & Koch in der Kritik

Oberndorf - Waffenlieferungen an Staaten außerhalb der Nato haben dem Gewehrfabrikanten Heckler & Koch scharfe Kritik eingebracht.

Das Logo des Waffenherstellers Heckler & Koch ist auf dem Firmengelände in Oberndorf an einer Präsentationswand neben Waffen zu sehen.
Das Logo des Waffenherstellers Heckler & Koch ist auf dem Firmengelände in Oberndorf an einer Präsentationswand neben Waffen zu sehen.  © Marijan Murat/dpa

Aus Sicht von Friedensaktivisten hat das Unternehmen eine Selbstbeschränkung - die "Grüne-Länder-Strategie" - abgeschwächt, um Kasse zu machen. Dieser Kritik widersprach Vorstandschef Jens Bodo Koch am Freitag in Oberndorf.

Laut der seit 2016 gültigen Strategie macht die Firma nur noch Geschäfte mit demokratischen und nichtkorrupten Staaten der EU und der Nato. Damit wollte das Unternehmen sein Image aufpolieren und langwierige Genehmigungsverfahren vermeiden. 

2018 definierte H&K die Vorgaben neu, seither gelten weitere Staaten als belieferbar. Zu diesen Staaten gehören nach Angaben des Vorstands Indien, Indonesien, Jordanien, Oman, Malaysia, Singapur und Südkorea. 

Der Anteil dieser Gruppe am Gesamtumsatz lag 2019 zwar nur bei 0,5 Prozent. Dennoch werten Friedensaktivisten wie Jürgen Grässlin dieses Neugeschäft als Wortbruch. Die Strategie sei grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, nun werde sie aber "durchlöchert wie ein Schweizer Käse". 

Vorstandschef Jens Bodo Koch sagte hingegen, die Strategie sei weiterhin gültig, man habe sie aber "in ihrer Absolutheit angepasst". Diese Anpassung sei im Einklang mit den Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik erfolgt.

Die 1000-Mitarbeiter-Firma aus dem Schwarzwald zählt zu den weltweit größten Handfeuerwaffen-Herstellern. Konkurrenten sind Sig Sauer, dessen Konzernholding L&O in Nordrhein-Westfalen sitzt, sowie Haenel (Thüringen), FN Herstal (Belgien) und Beretta (Italien). 

Von den Wettbewerbern ist nicht bekannt, dass sie ebenfalls eine Grüne-Länder-Strategie haben.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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