Waldbrand in Sächsischer Schweiz: Verteidigungs-Ministerin zahlt, Feuerwehr schäumt

Bad Schandau - In der Sächsischen Schweiz kämpft auch die Bundeswehr gegen den Waldbrand, am heutigen Montag kam Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (57, SPD) nach Bad Schandau. Die Einsatzkräfte griffen unterdessen zu einer neuen Waffe: Löschschaum, der den Boden kühlen soll.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU, 2.v.l.), Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (57, SPD, M.) und Innenminister Armin Schuster (61, CDU, r.) besuchten am Montag den Bundeswehr-Einsatz in der Sächsischen Schweiz.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU, 2.v.l.), Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (57, SPD, M.) und Innenminister Armin Schuster (61, CDU, r.) besuchten am Montag den Bundeswehr-Einsatz in der Sächsischen Schweiz.  © xcitepress

Die Verteidigungsministerin flog im Bundeswehr-Hubschrauber über das Brandgebiet bei Schmilka an der tschechischen Grenze, begleitet von Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU), Innenminister Armin Schuster (61, CDU) und Generalmajor Carsten Breuer (57).

Lambrecht versicherte, dass der Bund die Kosten für den Bundeswehr-Einsatz übernehmen werde. "Wir werden eine gute Lösung finden", sagte sie. Ministerpräsident Kretschmer bezeichnete das als "eine riesige Entlastung".

Unterdessen kämpften etwa 500 Einsatzkräfte weiter gegen die Glutnester in der Nähe von Bad Schandau, bis zu 15 Hubschrauber waren im Einsatz.

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Seit dem heutigen Montag greift die Feuerwehr zu Löschschaum, um eine Ausbreitung zu verhindern. "Der Boden wird mit Hacke und Spaten umgewälzt, in diese Streifen kommt ein Schaummittel", erklärt Landratsamt-Sprecher Thomas Kunz (43).

"Es spaltet die Wassertropfen auf, sorgt dafür, dass sie besser in den Boden eindringen. Das soll eine Barriere gegen die Ausbreitung der Glut-Nester sein."

Feuerwehrkräfte von Minister-Besuch nicht begeistert

In Schmilka kommen weiter Hubschrauber zum Einsatz. Das Brandgebiet ist etwa 150 Hektar groß.
In Schmilka kommen weiter Hubschrauber zum Einsatz. Das Brandgebiet ist etwa 150 Hektar groß.  © AFP/Michal Cizek

Kurz nachdem die Verteidigungsministerin in Bad Schandau angekommen war, setzte starker Regen ein - ein Moment der Hoffnung. Doch schon nach 20 Minuten strahlte wieder die Sonne.

Am Hubschrauber-Startplatz ging Landratsamt-Sprecher Kunz in die Hocke, nahm etwas Erde zwischen die Finger. Sie rieselte staubtrocken zu Boden. "Da kann man sich vorstellen, wie wenig der Regen im Wald gebracht hat."

Das Brandgebiet war unverändert etwa 150 Hektar groß.

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Die Verteidigungsministerin und die sächsischen Minister waren nicht der erste hochrangige Besuch im Brandgebiet. Schon vergangene Woche waren Innenminister Schuster, Umweltminister Günther und der Ministerpräsident vor Ort.

Nicht alle Einsatzkräfte sind davon begeistert. "Mir bringt der ganze Rummel nichts", sagte ein Freiwilliger Feuerwehrmann am Montag am Rande des Besuchs.

Ein Hubschrauber nimmt die Schaum-Mischung auf, die er anschließend in den umgegrabenen Waldboden spritzt.
Ein Hubschrauber nimmt die Schaum-Mischung auf, die er anschließend in den umgegrabenen Waldboden spritzt.  © Holm Helis
Lambrecht und Kretschmer schauten auch bei den Feuerwehrleuten vorbei.
Lambrecht und Kretschmer schauten auch bei den Feuerwehrleuten vorbei.  © Holm Helis
Einige Einsatzkräfte verfolgten den Minister-Besuch bei der Feuerwehr Bad Schandau.
Einige Einsatzkräfte verfolgten den Minister-Besuch bei der Feuerwehr Bad Schandau.  © Holm Helis

Sein Kollege fügte hinzu: "Jetzt ist die Feuerwehr zwei Wochen lang wichtig, dann redet wieder keiner mehr über die Probleme."

Titelfoto: xcitepress

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