Weihnachten muss nicht perfekt sein! Tipps, damit die Feiertage nicht in Stress ausarten

Leipzig - Das perfekte Weihnachten ist ein Ideal, an dem viele scheitern. Statt der ersehnten Familienharmonie kommt es nicht selten zum großen Zank - und die Festtage arten in Stress aus. Oft sind schlichtweg enttäuschte Erwartungen der Grund für Missstimmungen. Einige Tipps zur Vorbeugung:

Weihnachten muss nicht perfekt sein: Die Feiertage sollten nicht mit Erwartungen überfrachtet werden. (Symbolbild)
Weihnachten muss nicht perfekt sein: Die Feiertage sollten nicht mit Erwartungen überfrachtet werden. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

BESUCHSSTRESS UND HOHE ANSPRÜCHE

Hohe Erwartungen und eigene Ansprüche, eine perfekte Rolle zu spielen und allen gerecht zu werden, sind an Weihnachten bei manchen Menschen besonders ausgeprägt und bergen Konfliktpotenzial.

In einer YouGov-Umfrage berichtet fast jeder Vierte von Familienstreit an Weihnachten - vor allem mit dem Partner beziehungsweise der Partnerin oder den Eltern. Für Diskussionsstoff sorgen oft der Ablauf der Festtage, aber auch grundsätzliche Beziehungsprobleme.

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BRISANTE GEMENGELAGE

Aus den eigenen Erwartungen und denen der Anderen entwickelt sich mitunter eine brisante Gemengelage, die sich oft ausgerechnet an den Feiertagen entlädt.

Wer beispielsweise nur in der Küche rotiert, um ein großartiges Essen zu zaubern, für den bleiben Besinnlichkeit und Zeit für die Familie oft auf der Strecke. Fällt dann die Anspannung nach dem Fest ab, reagiert der Mensch nicht selten mit psychosomatischen Beschwerden.

EINFACH MAL NEIN SAGEN

Experten raten daher dazu, "einfach mal nein zu sagen" und zu akzeptieren, dass das Weihnachtsfest nicht perfekt sein muss. Auch automatisierte Weihnachtsrituale sind kein Garant für ein gelungenes Fest.

Familienrituale sollten sich stattdessen den tatsächlichen Lebensbedingungen und veränderten Wertevorstellungen sowie dem Alter der Kinder anpassen.

Dabei kann durchaus auch einmal mit Traditionen gebrochen werden - statt mit der Familie zu feiern, geht es in den Urlaub, oder ein Buffet oder Restaurantbesuch ersetzt eben das mehrgängige Dinner.

Gemeinsame Aktivitäten gewinnen als Geschenk an Wertschätzung

Es muss nicht immer teuer sein: Gemeinsame Aktivitäten gewinnen als Geschenk an Wertschätzung. (Symbolbild)
Es muss nicht immer teuer sein: Gemeinsame Aktivitäten gewinnen als Geschenk an Wertschätzung. (Symbolbild)  © Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

NICHT ZU VIEL KOMMERZ

Auch der Stress mit den Weihnachtsgeschenken passt vielen Menschen nicht. Gleichwohl ergeben sich viele bedingungslos dem Konsumrausch.

Dabei zeigt eine aktuelle Umfrage der Universität der Bundeswehr in München, dass gemeinsame Aktivitäten als Geschenk an Wertschätzung gewinnen.

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Zwar liegt bei den Wünschen Geld weiterhin auf Platz eins, gefolgt von Büchern und Selbstgemachtem. Gemeinsame Events, wie zum Beispiel Ausflüge und Reisen, gewinnen aber an Relevanz. Im Gegensatz zum Vorjahr planen 2022 auch mehr Menschen, gemeinsame Erlebnisse zu verschenken. "Solche Erlebnisse bleiben den Beschenkten meist sehr lange in Erinnerung - länger als manch teures Luxusgeschenk oder ein Geldschein", erklärt Experte Philipp Rauschnabel.

Nicht zuletzt sollten Großeltern ihre Geschenkideen für die Enkel am besten rechtzeitig mit den Eltern absprechen. Wenn diese nein sagen, sollten Oma und Opa das akzeptieren, sonst ist Ärger vorprogrammiert.

WENIGER IST MEHR

Einschränkungen bei Geschenken, Dekoration und Besuchen, der Verzicht auf aufwendige Menüs, eine Aufgabenverteilung und die Planung von Kirchgang und Spielen für die Kinder schaffen mehr Zeit für Entspannung.

Auch sollte das totale Familienzusammensein in der Weihnachtszeit keinesfalls erzwungen und einzelnen Freiraum zum Beispiel für einen Spaziergang oder Kinobesuch zugestanden werden. Das gilt besonders für Jugendliche.

Am besten sollten alle Familienmitglieder schon im Vorfeld ihre Wünsche äußern und klären, wer die Weihnachtsdekoration und den Tannenbaum besorgt, wer backt und welche Geschenke ausgetauscht werden.

Titelfoto: Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

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