Schwarzes Loch entdeckt: Physiker Genzel nimmt Nobelpreis mit Verspätung entgegen

München - Mit coronabedingt zweimonatiger Verspätung hat der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel den Nobelpreis für Physik in der Münchner Staatskanzlei entgegen genommen.

Reinhard Genzel (68), deutscher Physiker, hält bei der Übergabe des Nobelpreises für Physik die goldene Medaille in seinen Händen.
Reinhard Genzel (68), deutscher Physiker, hält bei der Übergabe des Nobelpreises für Physik die goldene Medaille in seinen Händen.  © Peter Kneffel/dpa/Pool/dpa

Überreicht wurde die Auszeichnung am Dienstagabend vom schwedischen Botschafter Per Thöresson.

"Man glaubt's kaum", sagte der Wissenschaftler am Rande der Veranstaltung.

Der 68-Jährige hatte zugleich mit der US-Forscherin Andrea Ghez ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße entdeckt.

Zur Ruhe setzen will sich Genzel nicht. "Gerade im europäischen Raum mit der europäischen Südsternwarte haben wir Vieles vor", sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

"Das nächste große Teleskop soll in einigen Jahren fertig sein. Das hat dann einen Durchmesser von vierzig Metern, und unser Institut zusammen mit anderen baut das erste Gerät für dieses Riesenteleskop, das größte auf der Welt dann."

Mithilfe dieses Teleskops wollen die Wissenschaftler dann nach Genzels Worten eine "Zeitreise" unternehmen und in die frühesten Zeiten des Universums zurückblicken.

Genzel und Ghez hatten unabhängig voneinander gearbeitet und waren mit einer Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises ausgezeichnet worden. Die zweite Hälfte wurde von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften an den Briten Roger Penrose ebenfalls für seine Erkenntnisse zu Schwarzen Löchern verliehen.

Der Nobelpreis wurde in München überreicht, weil Genzel am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) arbeitet.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert - eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa/Pool/dpa

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