NASA will damit zum Mond: Bügeleisen und Anspitzer im Orion-Raumschiff?

Bremen - Der letzte Flug eines Menschen zum Mond ist ewig her. Apollo 17 landete am 11. Dezember 1972 auf dem Erdtrabanten. Nun will die NASA wieder hin und setzt beim Artemis-Programm auf Technik aus Bremen.

Ingenieure haben in Bremen bereits zwei Europäische Servicemodule (ESM) für das neue Mondprogramm der NASA gebaut.
Ingenieure haben in Bremen bereits zwei Europäische Servicemodule (ESM) für das neue Mondprogramm der NASA gebaut.  © Airbus/PR

Dort bauen Airbus-Ingenieure im Auftrag der europäischen Weltraumagentur ESA das Herzstück der Mission. Sie setzen das sogenannte Europäische Servicemodul (ESM) für das Orion-Raumschiff zusammen.

Science-Fiction-Fans frotzeln im Internet wegen der Namensgleichheit zur alten TV-Serie "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" bereits, ob darin auch Bügeleisen und Bleistiftanspitzer als Armaturen verwendet werden. Das sind natürlich unsinnige Gedanken.

Das ESM ist für Antrieb, Heizung, Klimaanlage und die Versorgung mit Strom, Wasser sowie Sauerstoff zuständig. Es wird unter dem Besatzungsmodul installiert und bildet mit diesem das Orion-Raumschiff.

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Weltraum Deutscher Astronaut Matthias Maurer an der ISS angekommen

Ohne das ESM ist derzeit keine bemannte Raumfahrt-Mission zum Mond möglich. Im Tausch dafür hofft die ESA eigene Astronauten für den Flug zum Erdtrabanten mitschicken zu dürfen; Orion bietet Platz für vier bis sechs Menschen. Die NASA hat sechs Servicemodule bei Airbus bestellt.

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Erster Orion-Start ist in wenigen Monaten geplant

So stellen sich die Airbus-Leute den Flug des Orion-Raumschiffs um den Mond vor. (Visualisierung)
So stellen sich die Airbus-Leute den Flug des Orion-Raumschiffs um den Mond vor. (Visualisierung)  © Airbus/PR

Zwei davon sind bereits fertig; das erste wurde ausgeliefert, das zweite soll am Dienstagabend gegen 23.30 Uhr in ein Frachtflugzeug vom Typ Antonow 124-100 verladen werden. Es ist vier Meter hoch und ebenfalls breit, mehr als 13 Tonne schwer und besteht aus rund 20.000 Teilen und Komponenten.

Nach der Ankunft am Kennedy Space Center der NASA in Florida (USA) wird das ESM mit dem Besatzungsmodul verbunden. Bevor es auf die Trägerrakete kommt und starten darf, erfolgen ausgiebige Tests. Der ganze Prozess wird nach Angaben von Airbus etwa zwei Jahre dauern.

Doch bereits in wenigen Monaten soll das erste ESM ins All abheben. Die NASA plant den ersten Start eines Orion-Raumschiffs – Artemis-I-Mission – im Januar 2022. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

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Der unbemannte Flug soll drei Wochen dauern und das Raumschiff dabei 64.000 Kilometer hinter den Mond bringen. Damit sollen alle System getestet werden, bevor die ersten Menschen damit fliegen dürfen.

Animation der Artemis-I-Mission

Artemis II dürfte bemannt abheben. Dabei soll das zweite ESM eingesetzt werden. Die Mission könnte 2023 starten. Allerdings ist das Programm bereits mehrere Jahre in Verzug geraten.

Titelfoto: Montage: Airbus/PR

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