Schnelles Internet: Astronauten im gefährlichen ISS-Außeneinsatz

Köln/Weltraum - Richtig schnelles Internet endlich auch auf der ISS im Weltraum! Eine Antenne, ein gefährlicher Außeneinsatz und viele Tests sorgten jetzt für die dauerhaft schnelle Anbindung.

Die Astronauten brachten die Antenne an der ISS an.
Die Astronauten brachten die Antenne an der ISS an.  © ESA/NASA

Bereits am 27. Januar 2021, also vor rund einem Jahr, hatten die NASA-Astronauten Mike Hopkins (53) und Victor Glover (45) den ersten schwerelosen Schritt hierfür getan.

Per mehrstündigem Außeneinsatz schraubten sie die etwa kühlschrankgroße Antenne an der Außenseite des europäischen Columbus-Labors der ISS an.

Dabei riskierten die Männer ihr Leben: Die Außeneinsätze gelten grundsätzlich als besonders riskant - kleine Weltraumschrott-Teile können sie jederzeit treffen.

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"Nach der erfolgreichen Installation haben wir zahlreiche Tests vom Columbus-Kontrollzentrum aus durchgeführt", so Flugdirektorin Daria Margiotta vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR).

"Wir haben zum Beispiel überprüft, ob die Antenne sich nach unseren Kommandos korrekt ausrichtet, ob die Kommunikation mit dem Datennetzwerk richtig funktioniert und ob Daten erfolgreich übertragen werden."

So kann das Gerät Temperaturen von 121 Grad Celsius an der Außenhülle bis minus 157 Grad Celsius aushalten. So wechselnd warm und kalt kann es zwischen Sonne und Schatten außen auf der ISS werden.

Nur per Austausch mit weiteren Satelliten kann die Internetverbindung von der ISS zur Erde konstant erfolgen.
Nur per Austausch mit weiteren Satelliten kann die Internetverbindung von der ISS zur Erde konstant erfolgen.  © ESA

ISS rast mit 7,66 Kilometern pro Sekunde um die Erde

Das sogenannte neue Colka-Terminal an der ISS.
Das sogenannte neue Colka-Terminal an der ISS.  © ESA/NASA

Warum die Antenne so wichtig für die ISS ist?

"Das wissenschaftliche Datenaufkommen bei den Experimenten auf der ISS wächst stetig. Die Hochgeschwindigkeits-Satellitenverbindung beschleunigt den 'Datenverkehr' nach Europa erheblich. Davon werden viele Wissenschaftler mit ihren Experimenten profitieren", so Volker Schmid vom DLR.

Die Internet-Verbindung sorgt künftig für Datenübertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde. Das klingt nicht besonders schnell. Allerdings kreist die ISS mit etwa 7,66 Kilometern pro Sekunde um die Erde.

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Mit der neuen Anbindung sollen dauerhaft auch Videokonferenzen zur ISS möglich sein.

Die Antenne wurde übrigens vom Unternehmen Airbus in Zusammenarbeit mit der europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut.

Titelfoto: ESA/NASA

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