Archäologen finden Exponate aus unterschiedlichen Epochen auf Sylt

Archsum/Sylt - Archäologen des Landesamtes für Archäologie graben in Archsum auf Sylt auf einem Baugrundstück ein etwa zwei Meter mächtiges Schichtpaket aus, das Überreste aus unterschiedlichen Epochen enthält.

Jan Fischer, Grabungstechniker (l-r), Stefanie Klooß, Dezernentin des Archäologischen Landesamtes, und Andreas Selent, Ausgrabungsleiter, begutachten eine Fundstelle bei einer Ausgrabung des archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) in Archsum auf der Insel Sylt.
Jan Fischer, Grabungstechniker (l-r), Stefanie Klooß, Dezernentin des Archäologischen Landesamtes, und Andreas Selent, Ausgrabungsleiter, begutachten eine Fundstelle bei einer Ausgrabung des archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) in Archsum auf der Insel Sylt.  © Axel Heimken/dpa

Dazu gehört wahrscheinlich ein bisher noch unbekannter Grabhügel, der aus der ausgehenden Jungsteinzeit/frühen Bronzezeit stammt. "Wir sind gerade dabei, das zu verifizieren", sagte Grabungsleiter Andreas Selent am Dienstag.

Dieser Hügel wurde durch eine Siedlungsschicht aus der Bronze- und Eisenzeit bedeckt. Darüber folgt eine frühmittelalterliche und wikingerzeitliche Kulturschicht aus dem 8. bis 10. Jahrhundert.

Aus dieser Zeit konnte ein Grubenhaus freigelegt und untersucht werden. Zwei Seiten der Grassodenwand und auch Pfosten seien noch erhalten, sagte Selent.

Nach Vulkanausbruch: Druckwelle noch in Deutschland erfassbar
Wissenschaft und Forschung Nach Vulkanausbruch: Druckwelle noch in Deutschland erfassbar

Zudem fanden die Archäologen unter anderem mehrere Bruchstücke von Webgewichten aus Ton eines ehemals vorhandenen Webstuhles und eine "schöne blaue Perle".

Auch zwei Keramikgefäße wurden entdeckt, eines davon hat einen ungewöhnlichen röhrenförmigen Ausguss. "Das ist uns nicht geläufig", sagte Selent. "Wir müssen nachforschen, ob es dazu Parallelen gibt."

Archsum seit Anfang der 1970er-Jahre ein Hotspot für Ausgrabungen

Ein Archäologe hält an einer Fundstelle bei einer Ausgrabung des archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) in Archsum auf der Insel Sylt das Bruchstück einer circa 4000 Jahre alten Flintsichel in der Hand.
Ein Archäologe hält an einer Fundstelle bei einer Ausgrabung des archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) in Archsum auf der Insel Sylt das Bruchstück einer circa 4000 Jahre alten Flintsichel in der Hand.  © Axel Heimken/dpa

Darüber hinaus belegen nach Angaben des Landesamtes das Bruchstück einer Flintsichel aus der Zeit des Grabhügels und eine verzierte Keramikscherbe der römischen Kaiserzeit offenbar die Anwesenheit von Menschen noch zu weiteren Zeiten an diesem Ort.

Die Auswertung der Grabungsergebnisse werde hierzu weitere Erkenntnisse bringen, heißt es.

Archsum bildet spätestens seit den Ausgrabungen Anfang der 1970er-Jahre einen Hotspot für die Erforschung der Besiedlungsgeschichte der Insel.

Testprojekt "Dauergrüne" Ampel: Sogar Forscher von Ergebnissen überrascht
Wissenschaft und Forschung Testprojekt "Dauergrüne" Ampel: Sogar Forscher von Ergebnissen überrascht

Die aktuelle Ausgrabung des archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein wird voraussichtlich in der kommenden Woche abgeschlossen sein.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

Mehr zum Thema Wissenschaft und Forschung: