Beten für Spaß im Bett? Religiöse Menschen sollen zufriedener mit ihrem Sex-Leben sein

New York/Exeter - Bei vielen Menschen existiert das Vorurteil, dass besonders gläubige Menschen auch besonders prüde seien - schließlich waren viele Weltreligionen in ihrer Geschichte nicht gerade dafür bekannt, Sex-positiv zu sein. Doch eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass religiöse Menschen zufriedener mit ihrem Sex-Leben sind.

Insgesamt scheinen gläubigere Menschen etwas zufriedener mit ihrem Sex-Leben zu sein.
Insgesamt scheinen gläubigere Menschen etwas zufriedener mit ihrem Sex-Leben zu sein.  © 123RF/antonioguillem

Für die Untersuchung der Columbia University in New York und der University of Exeter im Südwesten Großbritanniens wurden mehr als 15.000 erwachsene Briten zu ihrem Sex-Leben befragt. Die Ergebnisse der Studie wurden nun im The Journal of Sex Research veröffentlicht.

Dabei wurde zum Teil Überraschendes festgestellt - zum Teil konnten gewisse Klischees aber auch bestätigt werden. Insgesamt gaben die Menschen mit stärkerem Glauben an, zufriedener mit ihren sexuellen Akten zu sein.

"Religiöse Menschen neigen weniger zu zwanglosem Sex und beschränken ihre sexuelle Aktivität eher auf eine Beziehung, die auf Liebe basiert", schrieb Co-Studienautor Vegard Skirbekk in einer Stellungnahme.

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Ein Vorurteil scheint also schon einmal bestätigt: mit (lange Zeit als "unsittlich" angesehenen) One-Night-Stands haben Menschen mit strengem bzw. starkem Glauben nicht viel am Hut.

"Dies kann zu geringeren Erwartungen an sexuelle Aktivitäten außerhalb einer festen Bindung sowie zu einer erhöhten Zufriedenheit mit dem Sex-Leben im Allgemeinen führen", führte der Wissenschaftler aus.

Frauen mit einer mittleren Anzahl von Sexualpartnern sind besonders zufrieden

Viele Sexualpartner bedeuten nicht automatisch auch ein besseres Sexleben.
Viele Sexualpartner bedeuten nicht automatisch auch ein besseres Sexleben.  © 123RF/bialasiewicz

"Gleichzeitig war Religiosität mit einer insgesamt höheren Zufriedenheit mit dem Sex-Leben verbunden", erklärten die Forscher. "Diese Beziehung schien weitgehend durch Einstellungen zum angemessenen Kontext für den Geschlechtsverkehr vermittelt zu werden."

Demnach waren vor allem verheiratete Frauen zufriedener mit dem, was sich in ihrem Schlafzimmer abspielt, je religiöser sie waren. Bei Männern konnte diese Tendenz nicht festgestellt werden.

"Für Frauen wurde festgestellt, dass das Fehlen von Sexualpartnern sowie das Haben von zehn oder mehr Sexualpartnern im Leben mit einer geringeren Zufriedenheit mit dem Sex-Leben verbunden ist", erklärte Wissenschaftlerin Nitzan Peri-Rotem.

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"Unter Männern hingegen wurde kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Sexualpartner im Leben und der sexuellen Befriedigung gefunden" - ganz egal, wie religiös sie waren.

Titelfoto: Fotomontage:123RF/bialasiewicz, 123RF/antonioguillem

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