Riesiges "fliegendes Auge" für fünf Wochen in Deutschland

Köln/Bonn - Dieses Flugzeug ist weltweit einzigartig: Die Boeing 747SP der NASA und des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) ist eine fliegende Sternwarte mit einem riesigen Infrarot-Teleskop. Für fünf Wochen ist der riesige Forschungsflieger "Sofia" am Flughafen Köln/Bonn stationiert.

Das Forschungsflugzeug "Sofia" von NASA und DLR bei der Landung am Flughafen Köln/Bonn.
Das Forschungsflugzeug "Sofia" von NASA und DLR bei der Landung am Flughafen Köln/Bonn.  © Flughafen Köln Bonn GmbH

Wenn Hobby-Astronomen mit einem Teleskop von der Erde in den Weltraum schauen, trüben häufig Wolken den klaren Blick ins All.

Das fliegende Forschungsflugzeug steigt deshalb besonders hoch in die Luft. Zwischen 12 und 15 Kilometer hoch kann der umgebaute Jumbo-Jet fliegen und damit deutlich höher als normale Langstrecken-Flieger.

An Bord sitzen neben den Piloten bis zu 15 Wissenschaftler.

Das Herzstück bildet das Teleskop, das einen 2,7 Meter großen Hauptspiegel hat! Es wiegt 17 Tonnen und wurde in Deutschland entwickelt.

Oberhalb der störenden Luftschicht der Erde können die Wissenschaftler eine Luke an dem Flieger öffnen, aus dem das gigantische Infrarot-Teleskop das Weltall anpeilen kann.

Von den geplanten 20 Forschungsflügen sind zwei Missionen besonders wichtig. "Wir planen, viermal wöchentlich zu fliegen und können somit deutlich mehr Untersuchungen und damit auch wissenschaftliche Ergebnisse liefern", so Dr. Alessandra Roy, SOFIA-Projektwissenschaftlerin in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

"Darunter befinden sich auch zwei große, so genannte Legacy-Projekte. Diese Projekte sollen große Datensätze zu Themen von aktueller Relevanz bereitstellen und ein Vermächtnis für die nächsten Jahre hinterlassen."

Den Beweis für entscheidende Entdeckungen hat das "fliegende Auge" schon früher angetreten. So haben Wissenschaftler dank des Riesen-Teleskops das seit 100 Jahren bekannte Molekül Heliumhydrid-Ion erstmals im Weltall nachgewiesen.

Flugzeug-Spotter können Forschungsflugzeug "SOFIA" in Köln fotografieren

Am Heck ist die Öffnung für das Teleskop verbaut.
Am Heck ist die Öffnung für das Teleskop verbaut.  © Nasa/C.Thomas

"Das fliegende Infrarot-Observatorium 'SOFIA' ist eines der größten deutsch-amerikanischen Projekte zur Erforschung des Weltraums und unterstreicht, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der NASA für uns ist", so Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur.

Er freute sich sehr über das Projekt, das nun erstmals von Deutschland aus abhebt: "SOFIA soll bis Mitte März zwanzig Flüge mit dem deutschen Instrument GREAT, einem hochauflösenden Spektrometer, absolvieren und dabei vor allem über Westeuropa im Einsatz sein."

Für Flugzeug-Spotter ist dieser Forschungsflieger also eine echte Rarität.

Die Boeing 747SP hat übrigens schon einige Jahre auf dem Jumbo-Buckel. Die Maschine fliegt seit 1977 und war damals die 306. gebaute B747 von Boeing.

Die kommenden Jahre soll sie weiter als Forschungsflugzeug von NASA und DLR in die Luft steigen und einen wichtigen Blick ins All erhaschen.

Titelfoto: Flughafen Köln Bonn GmbH

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