Landet schon bald der erste Deutsche auf dem Mond?

Weltall - Es gibt sie noch, die Themen, die begeistern können, visionär sind und den Otto-Normal-Bürger nicht sofort in eine tiefe Depression stürzen! Eines davon ist die Rückkehr auf den Mond. Diese wollen die Amerikaner schon bald in Angriff nehmen und dabei vielleicht auch den ersten Deutschen auf den Erdtrabanten bringen! Wann das der Fall ist, verriet ESA-Astronaut Matthias Maurer (52) jetzt in einem Interview.

ESA-Astronaut Matthias Maurer (52) mit einer spannenden Prognose.
ESA-Astronaut Matthias Maurer (52) mit einer spannenden Prognose.  © Federico Gambarini/dpa

"Wenn ich spekulieren muss, dann würde ich sagen, dass im Jahr 2030 der oder die erste Deutsche auf dem Mond stehen wird", so Maurer im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. Deutschland ist neben Frankreich oder Italien einer der Hauptakteure bei den geplanten Mondmissionen in Kooperation mit den USA. "Darum werden bis 2030 auch Astronautinnen und Astronauten aus Europa den Mond besuchen."

Maurer selbst, der erst im Mai von einer mehrmonatigen Mission auf der Internationalen Raumstation (ISS) zurückgekehrt war, wäre übrigens sehr gerne einer von ihnen. "Jeder Astronaut würde das gern machen. Das wäre die Erfüllung eines jeden Astronautentraums", schwärmt der gebürtige Saarländer.

Doch was soll eigentlich nach einer möglichen Mondlandung passieren, wäre auch eine Besiedlung sinnvoll?

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"Nein", findet Maurer. "Wir könnten dort zwar ein großes Radioteleskop zur Erforschung des Universums aufbauen, die Bedingungen dort wären wegen der fehlenden Atmosphäre viel besser als auf der Erde. [...] Aber eine Besiedlung sollte nicht im Vordergrund stehen. Ich würde mit dem Mond eher wie mit der Antarktis heute umgehen. Wissenschaftlich erforschen, wenigen nachhaltigen Tourismus zulassen, aber nicht besiedeln und keinen Raubbau betreiben."

Erster "Artemis"-Raketenstart schon im August?

Die "Artemis-Rakete" der NASA mit dem Orion-Raumschiff auf dem US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral/Florida.
Die "Artemis-Rakete" der NASA mit dem Orion-Raumschiff auf dem US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral/Florida.  © John Raoux/AP/dpa

Wohl schon im August möchte die NASA ihr Raketensystem für die "Artemis" getaufte Mondmission erstmals testen. Aus Problemen, die zuvor bei verschiedenen Bodenerprobungen aufgetreten waren, habe man viel gelernt, so NASA-Manager Tom Whitmeyer Ende Juni. "Jetzt ist das Team bereit, den nächsten Schritt zu gehen und den Start vorzubereiten."

Frühestens 2025 soll es dann mit einiger Verzögerung Richtung Mond losgehen. Geplant ist, vier Astronauten - und erstmal auch Astronautinnen - zunächst in die Mondumlaufbahn und anschließend zwei von ihnen mit einer Landekapsel auf die Oberfläche des Erdtrabanten zu bringen.

Anschließend will man einmal pro Jahr Richtung Mond fliegen. In ferner Zukunft könnte es dort auch eine Raumstation geben, von der es dann weiter Richtung Mars ginge.

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Einer Mars-Mission steht Matthias Maurer allerdings noch skeptisch gegenüber. "Im Laufe meines sechsmonatigen Aufenthaltes im All hat sich mein Körper verändert. Es sammelte sich mehr Flüssigkeit im Kopf, der Hirndruck erhöhte sich, weil die Schwerkraft fehlte. Das führte bei mir zu einer Ödembildung in den Augen, die bei mir zum Glück reversibel war."

Dazu käme die Strahlung außerhalb des Magnetgürtels der Erde. "Es macht keinen Sinn, zum Mars zu fliegen und die Astronautinnen und Astronauten kommen dort blind und krebskrank an."

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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