Aerosol-Studie: Reicht der Sicherheitsabstand zwischen Musikern?

München - Eine neue Studie zur Ausbreitung von Aerosolen in Orchestern legt die Möglichkeit kleinerer Mindestabstände zwischen den Musikern nahe - zumindest zur Seite hin.

Auftritte und Proben von Orchestern sind in der Corona-Pandemie eine große Herausforderung. (Symbolbild)
Auftritte und Proben von Orchestern sind in der Corona-Pandemie eine große Herausforderung. (Symbolbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

"Zu ihren Kollegen nach vorne sollten die Musikerinnen und Musiker einen größeren Abstand einhalten als zur Seite", teilte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am Mittwoch mit, das die Studie zusammen mit Wissenschaftlern von Uni-Kliniken in München und Erlangen durchgeführt hat.

"Die Abstrahlung zur Seite blieb bei allen Musikern unter einem Meter. Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter erscheint daher, im Gegensatz zu den bisher empfohlenen 2 Metern, hinreichend", sagte Matthias Echternach, Professor am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Auftritte und Proben von Chören und großen Orchestern sind in der Corona-Pandemie eine große Herausforderung.

Auch zum Singen im Chor hatte der BR bereits eine Studie mit ähnlichen Ergebnissen vorgelegt. Auch bei Sängern könnte der Abstand untereinander laut der Studie zur Seite kleiner sein als nach vorne hin.

Für die Ausbreitung möglicher Viren beim Musizieren mit Blasinstrumenten hatten die Wissenschaftler die Basissubstanz von E-Zigaretten benutzt, die inhaliert wurde, um deren Ausbreitung dann messen zu können.

Kleinere Abstände je nach Instrument möglich

Dabei gab es nach BR-Angaben deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Instrumenten. Für die Trompete und die Klarinette wurden demnach im Mittel Abstände der Wolke vom Mund von 0,9 Metern gemessen, vereinzelte Musiker erreichten jedoch auch Weiten von 1,5 Metern. Bei der Querflöte waren es sogar Weiten von bis zu 2 Metern.

"Daher sind Sicherheitsabstände von 2 Meter hier als zu gering und 3 Meter als angemessen zu bewerten", folgern die Wissenschaftler.

Nikolaus Pont, Manager des BR-Symphonieorchesters, hofft, dass aus diesen Erkenntnissen Taten folgen: "Allein die Reduktion der seitlichen Abstände bei den Bläsern würde uns ermöglichen, wieder ein wesentlich größeres Repertoire zur Aufführung zu bringen."

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Wissenschaft und Forschung:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0