Er steckt für immer auf dem Mars fest: "Maulwurf" stirbt Forscher-Tod

Köln/Mars - Dieses bislang einzigartige wissenschaftliche Experiment ist sprichwörtlich begraben: Der als "Maulwurf" bezeichnete Roboter-Nagel HP3 auf dem Mars hat seine letzten 500 Nagelschläge hinter sich. Jetzt stirbt der Mars-Maulwurf den Forscher-Tod.

Der Nagel sollte sich bis zu drei Meter tief in den Marsboden hämmern. Das Experiment ist jetzt vorzeitig gescheitert.
Der Nagel sollte sich bis zu drei Meter tief in den Marsboden hämmern. Das Experiment ist jetzt vorzeitig gescheitert.  © NASA/JPL-Caltech

Als Teil der NASA-Landesonde InSight landete der Roboter-Nagel am 26. November 2018 auf dem Mars. Erfolgreich hämmerte sich der mit Sonden bespickte Nagel in die Tiefe des Mars-Bodens.

Entwickelt von Wissenschaftlern am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollte die Nagel-Sonde erstmals den Marsboden durchdringen und Wärmefluss-Experimente in drei Metern Tiefe durchführen.

Doch mehrere Zwischenfälle bereiteten dem einzigartigen Experiment Probleme. So steckte der Maulwurf auf dem Mars im März 2019 in rund 30 Zentimeter Tiefe fest.

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Als Fehlerquelle vermuteten die Forscher die geringe Schwerkraft auf dem Mars, die dem Roboter beim Nageln nicht genügend Halt geben könnte.

Bis jetzt versuchten die Wissenschaftler, den Maulwurf weiter in die Tiefe zu bringen.

"Wir haben alles gegeben, was möglich war. Aber der Mars und unser tapferer Maulwurf passten einfach nicht zusammen", so Tilman Spohn vom DLR-Insitut für Planetenforschung.

Am vergangenen Samstag nagelte der Roboter HP3 noch 500 Schläge, brachte aber keinen sichtbaren Fortschritt, teilte das DLR mit.

Sonde auf dem Mars kann noch Temperatur messen

Nach ih­rem Start am 5. Mai lan­de­te die NA­SA-Son­de In­Sight am 26. No­vem­ber 2018 et­was nörd­lich des Mar­s­äqua­tors und ent­fal­te­te sei­ne So­lar­pa­ne­le (Visualisierung).
Nach ih­rem Start am 5. Mai lan­de­te die NA­SA-Son­de In­Sight am 26. No­vem­ber 2018 et­was nörd­lich des Mar­s­äqua­tors und ent­fal­te­te sei­ne So­lar­pa­ne­le (Visualisierung).  © NASA/JPL-Caltech

"Erfreulicherweise haben wir viele Erfahrungen gesammelt, die zukünftigen Mars-Missionen helfen können, unter die Oberfläche zu gelangen", wird Tilman Spohn zitiert.

Das Experiment habe weltweit für Aufsehen gesorgt, sowohl unter Wissenschaftlern als auch bei Weltraum-Fans.

Ganz aufgegeben wird der Mars-Maulwurf übrigens nicht. Die Sonde am Nagel wird weiterhin Temperaturmessungen aus der obersten Schicht des Marsbodens liefern.

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Der Mars bleibe damit ein schwierig zu erforschender Planet im Weltall. NASA-Bilder der Mission findest Du hier.

Titelfoto: NASA/JPL-Caltech

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