Urmensch "Udo" ist zurück: Menschlicher Vorfahre stellte Weltanschauung auf den Kopf

Pforzen - Vor einem Jahr machte der Fund von Urmensch "Udo" weltweit Schlagzeilen, nun hat der Menschenaffe in Pforzen eine eigene Ausstellung bekommen.

Madelaine Böhme, Professorin an der Universität von Tübingen, steht hinter Repliken von Fossilien.
Madelaine Böhme, Professorin an der Universität von Tübingen, steht hinter Repliken von Fossilien.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Von diesem Samstag an zeigt die schwäbische Gemeinde im Landkreis Ostallgäu eine Nachbildung von "Udo".

Auf mehr als 170 Quadratmetern auf dem Gelände des alten Feuerwehrhauses geht es zum einen um die Evolutionsgeschichte des Menschen. 

Zum anderen werden die Grabungen in der Pforzener Tongrube Hammerschmiede thematisiert. Diese hatten die mehr als 11,6 Millionen Jahre alten Knochen des Urmenschen zutage gefördert. 

Das hatte eine Sensation ausgelöst: Die Knochen wiesen darauf hin, dass menschliche Vorfahren, so wie "Udo", schon früher auf zwei Beinen gegangen sein könnten als bisher gedacht. Auch darum geht es in der Ausstellung.

Außerdem werden etliche weitere ausgegrabene Exponate gezeigt. Auf Holztafeln werden verschiedene Fragen beantwortet. 

Darunter: Welche Tiere lebten mit "Udo" und wie sah es im Ostallgäu zu dieser Zeit aus? Der Urmensch selbst war Forschungen zufolge etwa ein Meter groß und wog circa 30 Kilogramm.

Ausstellung zu Urmensch "Udo" öffnet in Pforzen

Repliken von Fossilien sind in einer Ton- und Lehmgrube ausgestellt. In der Grube wurden versteinerte Fossilien entdeckt die von dem ersten aufrecht gehenden Menschen stammen sollen.
Repliken von Fossilien sind in einer Ton- und Lehmgrube ausgestellt. In der Grube wurden versteinerte Fossilien entdeckt die von dem ersten aufrecht gehenden Menschen stammen sollen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Ausstellungsräume seien dem Grabungsort in der Hammerschmiede nachempfunden, sagt Mediendesignerin Nadine Koop am Tag vor der Eröffnung. 

Zu sehen seien Holztransportkisten und Aluboxen - wie sie auch auf Grabungen zu finden seien. Das schaffe ein "improvisiertes, offenes Gesamtbild".

Die Grabungen organisiert ein Team der Tübinger Archäologin Madelaine Böhme und Grabungsleiter Thomas Lechner. 

Wissenschaftler forschen in dem schwäbischen Ort bereits seit mehr als neun Jahren. Dabei wurden mehr als 15.000 Überreste von Fossilien und etwa 50 Pflanzenarten gefunden.

Die Ausstellung soll nach vier Wochen, vom 22. November an, auf Wanderschaft gehen und an anderen Orten im Landkreis zu sehen sein.

Seinen Namen verdankt der Urmensch einem deutschen Rockmusiker: Als ein erster Teil gefunden wurde, hatte Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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